Geschichte Dentlein am Forst

.

Große historische Ereignisse sind in unserer Gemeinde nicht überliefert. Der Name erscheint das erste Mal in einer Urkunde vom 8. Mai 1397.

Dass die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahre 1397 stammt, also erst zu einem relativ späten Zeitpunkt erfolgte, dürfte sich aus der Beschaffenheit der Böden dieser Gegend erklären. Zunächst wurden fruchtbarere Gegenden besiedelt. An den hier angetroffenen lehmigen Sand war man zunächst offenbar nicht interessiert. Die Folge war, dass in der Region ungehindert der Wald wachsen konnte.

Der heutige Name unserer Gemeinde ist abgeleitet vom Wort Tennlin, das in der Urkunde erscheint.

Tatsächlich leitet Dentlein seinen Namen vom Wald ab. Der Name veränderte sich im Laufe der Zeit aus Tennlin, was kleine Tanne bedeutete wurde Dentlein a. Forst. Mit dem Zusatz am Forst wird gleich zweimal die Lage des Ortes in einem großen Waldgebiet hervorgehoben.

Doch schon vor dem Jahre 1397 muss unser Ort schon ein Pfarrdorf mit eigenem Pfarrer gewesen sein. Eine Urkunde vom 14. Januar 1469 berichtet nämlich von einer Vereinigung der Pfarrei mit der Pfarrei Ammelbruch. Grund hierfür war folgender:

Durch Kriegseinwirkungen war das Land viele Jahre verödet. Das Auskommen des Pfarrers konnte nicht erwirtschaftet werden. Folglich wurde die hiesige Kirche mit Ammelbruch zusammengelegt.

Der Pfarrer zu Ammelbruch hatte die Aufgabe "dem Volk zu Tendlein alle pfarrlichen recht zu thun und alwege über den anderen Sonntag daselbst mit Messe und Predigt, auch alle Freytag und die Mittelmesse an dem hl. Christtag daselbst schuldig sei zu verbringen." 

Am 26. April 1473 erfolgte dann durch Bischof Johannes von Augsburg die Trennung Dentleins von Ammelbruch und gleichzeitig die Wiederaufrichtung einer eigenen Pfarrei. Im gleichen Jahr wurde auch mit dem Bau einer stabilen Kirche begonnen. Von ihr ist heut noch der verkürzte Chor und der untere Teil des Turmes vorhanden. Vorher stand eine „Cappel“, was Überlieferungen des Kloster Sulz berichten. Diese Cappel wurde 1418 der St. Ursula und ihrer Gesellschaft, den 11.000 Mägden geweiht. Um diese Zeit erwarb dieses Kloster allmählich den größten Teil des Ortes.

Während des 30 – jährigen Krieges wird berichtet: 1634 wurde die Pfarrei Dentlein der Pfarrei von Wieseth zugeteilt. 1636 rechtfertigte sich der Verweser, Pfarrer Horn von Wieseth, er hab in Dentlein zwei Jahre keine Kirch gehalten, es seien dort nur noch zwei Haushalte.

Um 1650 vermehrte sich die Bevölkerung allmählich wieder. Besonderen Zuwachs brachte die Einwanderung vertriebener Protestanten aus Österreich aus dem „Ländlein ob der Enns“. Die zugewanderte Bevölkerung machte um 1660 etwa ein Drittel der Bevölkerung aus.

Seit 1698 war ein Schulhaus vorhanden. Es stand am Eingang des alten Friedhofes, nordwestlich gegenüber dem „Bauernhaus“. Ein Lehrer fehlte noch. Erst 1767 wird ein Schulexpekant aus Brunst installiert, welcher kein Handwerk betreibt, sondern sich allein vom Kirchendienst und vom Schulwesen ernährt.

Erst 1842 nach dem Schulhausneubau – dem jetzigen Rathaus – konnte ein zweiter Lehrer, ein Schulgehilfe für die Folgezeit „aufgestellt“ werden. Die geschilderten Verhältnisse blieben sowohl im schulischen Bereich, als auch im Lebensstandart der dem 2. Weltkrieg – unverändert.

Unbestritten bedeutete die Einführung des Kunstdüngers einen gewissen Fortschritt für die kleinen Bauern des Ortes. Anstelle der Ziegen standen jetzt Kühe im Stall. Aber erst die so genannte zweite technische Revolution, die Motorisierung zu Beginn der sechziger Jahre brachte den spektakulären Aufschwung der heutigen Marktgemeinde.

Aus einer Mitteilung des Bayer. Hauptstaatsarchivs geht hervor, dass auch Großohrenbronn kein alter Ort zu sein scheint. Er entstand wahrscheinlich aus Rodungen im 15. und 16. Jahrhundert. Da er zur Herrschaft Dürrwangen gehörte, teilte er die Geschicke dieser Herrschaft und stand somit zuletzt (bis 1796) unter den Grafen von Oettingen. Im 16. Jahrhundert stand in Großohrenbronn die Pfarrkirche. 1932 / 1933 entstand an deren Stelle die Heutige Pfarrkirche St. Raphael.

Markant an der Geschichte unserer Gemeinde ist, dass zwischen den beiden Gemeindeteilen die Grenzen des Fürstentums Oettingen und der Markgrafschaft Ansbach verlief. Da die Landesherren die Glaubensrichtung bestimmten, ist diese wohl die Begründung dafür, dass der Ortsteil Großohrenbronn überwiegend katholisch, der Ortsteil Dentlein selbst aber evangelisch ist.

Heute ist Dentlein am Forst eine Gemeinde mit 12 Ortsteilen, eine Fläche von 18 km² und rd. 2425 Einwohnern. An uns, den Nachkommen liegt es, die Entwicklung unserer Gemeinde voran zu treiben.


Heimatgeschichten:

.

Liebe Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger,

In der Gemeinde hat sich vor einigen Monaten ein kleiner Kreis heimatgeschichtlich interessierten Dentleinern gefunden, der sich vorgenommen hat die Geschichte der Gemeinde zu erforschen und Geschichten aus der Gemeinde zu sammeln. Die Ergebnisse dieser Bemühungen sollen (zunächst) in unregelmäßigen Abständen im Amts- und Mtteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht werden.

Sollten Sie Material aus früheren Zeiten (Bilder, Zeitungsausschnitte, Postkarten, Briefe etc.) haben, sind wir gerne bereit die Sachen anzuschauen und für eine Auswertung und Weiterverarbeitung zu kopieren bzw. zu archivieren.

Und das sind die Mitglieder der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte:

Otto Schuldes, Hans Moser, Sieglinde Fees, Fritz Fees, Hans Hauf, Renate Staudacher, Michaela Götz, Helmut Wagemann, Arnulf Thoma, Fritz Zinnecker

weitere Mitarbeiter sind herzlich willkommen

Wir beginnen mit einem Bericht des Bezirksarztes Dr. Glenk, Feuchtwangen über eine Visitation der Gemeinde im Jahre 1925 und wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.


Besichtigung der Gemeinde Dentlein durch den Bezirksarzt im Jahre 1925

.

Der Bezirksarzt der damaligen Zeit ist vergleichbar mit einem Arzt des Gesundheitsamtes heute. Die Aufgaben des Bezirksarztes der damaligen Zeit unterscheiden sich von denen eines Amtsarztes heute gar nicht so sehr.

Die Tätigkeiten eines Bezirksarztes umfasste u.a. folgende Bereiche: Aufgaben der Gesundheitspolizei, der gesundheitlichen Volksbelehrung, der Schulgesundheitspflege, der Kinder- und Mütterberatung, der Fürsorge für Tuberkulöse, für Geschlechtskranke, körperlich Behinderte, Sieche und Süchtige. Daneben war er zur Mittwirkung bei Maßnahmen zur Förderung der Körperpflege und Leibesübungen verpflichtet und musste amts-, gerichts- vertrauensärztliche Aufgaben wahrnehmen.

Die regelmäßige Visitation (Besichtigung/Kontrolle) der Gemeinden und der dort tätigen Gewerbetreibenden, Schulen und von sonstigen öffentliche Einrichtungen gehörten zu den Routinetätigkeiten eines Bezirksarztes.

In einem Protokoll einer Besichtigung der Gemeinde Dentlein des damaligen Bezirksarztes Dr. Glenk aus dem Jahre 1925 lesen wir:

„Bei den Gemeindebesichtigungen der letzten Zeit ergaben sich folgende Beanstandungen:

1)        in Dentlein (29.10.1925)

a)      in den beiden Sälen der Schule fehlt das Thermometer

b)      die Schulbänke sind alt und unzweckmäßig; sie sind allmählich zu erneuern

c)      im Schulabort befindet nur 1 Sitzabort für Knaben; auf je 40 Knaben muss ein Sitzabort treffen

2)      In der Spezerei- und Mehlhandlung von Bögelein stehen 3 Mehlsäcke im Hausflur. Der Deckel der Mehltröge, der anscheinend nie geschlossen wird, ist mit alten Spinnweben bedeckt. Die Schubläden sind zum Teil unsauber und voll Spinnweben. In einer Schublade sind getrocknete Zwetschgen, die schimmelig sind und sauer riechen. Die Beseitigung wird angeordnet. Am Fenster steht unter anderen Flaschen eine größere Flasche mit … (?) Aus der offenbar verkauft wird. Die Geschäftsinhaberin ist nicht zu Hause. Der Geschäftsinhaberin ist zu eröffnen, dass sie auf größere Reinlichkeit sehen muss, dass die Aufbewahrung von Mehl im Hausflur nicht statthaft ist, dass sie nicht berechtigt ist Bysol (?) zu verkaufen.

(Anmerkung: Als Spezereien werden Gewürze und andere Spezialitäten aus Übersee, also den Kolonien bezeichnet. Dazu gehören vor allem Gewürze, Zucker, Kaffee, Tee, Kakao, Tabak, Reis, Mandeln, Rosinen etc.)

3)      Auch in der Spezereihandlung von Binder lässt die Reinlichkeit, besonders in den Schubladen, zu wünschen übrig. Dem Binder ist zu eröffnen, dass er in seinem Geschäft auf peinliche Reinlichkeit und Ordnung zu achten hat.

4)      In der Pinselfabrik von Mueller werden die Kleider der Arbeiter im Arbeitsraume aufbewahrt und fehlt die Waschgelegenheit. Kleiderablagen und Waschgelegenheit sind zu schaffen.

5)      In der Metzgerei Sindel ist die Ableitung der flüssigen Abfälle aus dem Schlachtraum in Ordnung. Gerade bei der Besichtigung wird aber ein Schwein vor dem Schlachtraum geschlachtet. Die flüssigen Abfälle liefen offen über die Straße. Dies ist unzulässig. Sindel ist zu verwarnen.

6)      Die Schrankdrogerie bei Deffner ist sehr schlecht imstande. Die Schubladen sind großenteils leer, teilweise mit Spinnweben und Staub bedeckt. Der Inhaber ist zu größerer Ordnung und Reinlichkeit anzuhalten. Der Rat zur Abmeldung wird im erteilt.

7)      In der Schule in Grossohrenbronn dürfte die Reinlichkeit größer sein. Die Böden bedürfen neuer Ölung, das eiserne Brunnenrohr des Schulbrunnens ist gesprungen, das Wasser läuft in den Hof und zum Teil in den Brunnen zurück. Das Rohr ist autogen schweißen zu lassen.

8)      In der Pinselhaarzurichterei von Heyer in Schwaighausen hat sich bezüglich der Reinlichkeit nicht viel gebessert. Die Waschgelegenheit für Arbeiter fehlt noch immer. Dem Heyer ist zu eröffnen, dass gegen ihn mit Zwangsmaßnahmen vorgegangen werden wird, wenn nicht alsbald für mehr Reinlichkeit in seinem Geschäft gesorgt wird. Die Waschgelegenheit für die Arbeiter ist nun alsbald zu schaffen.
(Anmerkung: Das Anwesen Heyer gehörte zur damaligen Zeit noch zur Gemarkung Schwaighausen. Es wurde auf Wunsch von Herrn Richard Heyer im Jahr 1927 aus Schwaighausen nach Großohrenbronn ausgemarkt.)

17. Dezember 1925               
Dr. Glenk, Bezirksarzt“                     

Dieser Bericht ging an die Gemeindeverwaltung, die dafür zu sorgen hatte, dass die Mängel beseitigt werden.

Mit Schreiben vom 7. März 1926 berichtet die Gemeinde Dentlein an Bezirksarzt Doktor Glenk über die Maßnahmen zum Abstellen der festgestellten Mängel.

Fortsetzung folgt.


Wirtshauskultur in der Gemeinde Dentlein am Forst

.

Liebe Leser,

Dentlein, Großohrenbronn und eine Reihe von Außenorten können auf eine lange  und interessante Wirtshauskultur zurückblicken. Dir IG Heimatgeschichte hat sich bemüht zu all diesen Wirtshäusern Material zusammen zu tragen und deren Geschichte zu erforschen. In einigen Fällen gelang es die Ahnenliste bis ins 17. Jahrhundert zurück zu verfolgen.

Für die Unterstützung und das zur Verfügung gestellte Material bedanken wir uns sehr herzlich bei allen, die uns weiter geholfen haben.

Bis in die 60-iger Jahre des letzten Jahrhunderts waren Wirtshäuser die Zentralen des dörflichen Lebens. Dort traf man sich (vor allem der männliche Teil der Bevölkerung), tauschte Nachrichten (+ Gerüchte) aus und hielt Versammlungen ab. In den Sälen gab es Tanz- und Festveranstaltungen, Vereinssitzungen und Familienfeiern.
Auch Gemeinderatssitzungen wurden noch bis in die 1960-iger Jahre im Wechsel in verschiedenen Wirtshäusern abgehalten.

Mit der Verbreitung von Fernsehgeräten und noch beschleunigt durch die Einführung des Internet nahm die Nachfragenach diesen gesellschaftlichen Kristallisationspunkten stetig ab. Die Zahl der Wirtshäuser ging immer weiter zurück. Ein Trend, der sich hoffentlich nicht noch weiter fortsetzt.

Die IG Heimat möchte Ihnen in loser Folge die Geschichte der Wirtshäuser in unserer Gemeinde vorstellen.

Zu Beginn soll das Wirtshaus (mit Brauerei) Hauf berichtet werden.

Chronik der Gastwirtschaft und Brauerei Hauf

 

Einem (leider nicht datierten) Dokument ist zu entnehmen, dass die Hausnummer 43 in Dentlein (jetzt Anwesen Hauf) „von einem Köblers Guth, so die Erb Tabern sein solle“. Als Erb Tabern wurde eine Wirtschaft mit Braurecht bezeichnet, die auch berechtigt war Feierlichkeiten wie zum Beispiel Hochzeiten und Leichtrunk auszurichten
in diesem Dokument wird die Übergabe der Erb Tabern von Wolf Gebweyher, dem Alten, an Michael Emmert im Jahre 1684 beurkundet.

1686 erfolgte die Übergabe an dessen Sohn Hannß Emmert, die wie folgt beschrieben wurde: „Hannß Emmert, Sohn hat eine s vom Vatter übernommen, 1686 pro sein Heiratsguth“.

Im selben Dokument wird auch der Verkauf des Gasthofes mit Braurecht an Martin Beyhler im Jahre 1696 zu einem Preis von 500 Gulden aufgeführt. Martin Beyler wird in den Kirchenbüchern von Dentlein als wird und „Becker“ genannt.

20 Jahre später, also 1716, „erkauft“ Jakob Gaab die Tabernwirtschaft mit Köblers-Guth zum Preis von 900 Gulden. Schon 2 Jahre später (1718) wurde es wieder weiter verkauft. Neuer Besitzer wurde Hannß Thomas Gärtner, der es zum Preis von 825 Gulden erwarb. Dieser blieb 40 Jahre lang im Besitz des Anwesens mit Braurecht, bevor es 1758 von Johann Michael Schlumpf erworben wurde.

Dann folgten in kurzen Abständen mehrere Besitzerwechsel.

1759                      Johann Christoph Luz
1762                      Johann Nüßler
1767                      Andreas Windsheimer
1770                      Johann Jacob Eberlein (Vater)
1787                      Johann Michael Eberlein (Sohn)

1786 verstarb Johann Jacob Eberlein. Die Übergabe von Johann Jakob Eberlein auf seinen Sohn Johann Michael ist für das Jahr 1787 beurkundet. Diese Urkunde befindet sich im Staatsarchiv in Nürnberg. Der Besitz wird darin wie folgt beschrieben:
„Von der Erb Tabern, dabei Präu Recht und ein Backofen, alles in einem Hause, dann ein Gebäude zur obern Seiten der Gemeinastraßen, Kirchbuck und Linden, zur andern Seiten und oben die Bauernbeund und vorn inner dieser 1/8 Tagwerk Garten am Haus und Scheuer zusammen bei ½ Tagwerk.“
Im Kirchenbuch wird anlässlich der Eheschließung von Johann Michael Eberlein dieser als Tabernwirth, Bierbraumeister, Bäckermeister, Heiligenpfleger und Zolleinnehmer aufgeführt.

1822 heiratete Johann Adam Bierlein, Bierbräuer und Beckmeister, eine Tochter von Johann Michael Eberlein und übernahm die Tabernwirtschaft. Ob und gegebenenfalls wann eine Übergabe an den Schwiegersohn erfolgte konnte leider nicht ermittelt werden.

1826 kaufte Georg Friedrich Hauf, Bierbrauer und Gastwirth aus Dautenwinden das „Wirthshaus und Bierbräu, Taverne und Backgerechtigkeit, Wohnhaus, worin Brauhaus, nebst Scheune und Hofraum, Korb-und Kellerhaus, Schorgarten und Hofraum“ von den Johann Adam Bierlein´schen Eheleuten um 2850 Gulden.

1856 verstarb Georg Friedrich Hauf an der Wassersucht mit 61 Jahren und hinterließ seine Witwe Eva Barbara Hauf.

1867 übernahm deren Sohn Johann Michael Hauf das gesamte Anwesen.

1894 folgten Johann Wilhelm Hauf, Oekonomierat (Ehrentitel für einen verdienten Landwirt ) und Braumeister, und dessen Ehefrau Katharina Barbara, geborene Schwab.
Neben seinen Tätigkeiten als Landwirt und Braumeister war Johann Wilhelm Hauf vom 1. Januar 1906 bis zum 31. Juli 1935 Bürgermeister von Dentlein und langjähriger Angehöriger des Bezirkstages. Im Oktober 1935 verstarb er an den Folgen eines Schlaganfalles.

Nach dem 2. Weltkrieg übernahmen die Eheleute Johann Lorenz Hauf und seine Frau Katharina Paulina, geb. Reißig die Brauerei mit Wirtshaus. Johann Lorenz Hauf war Bauer, Braumeister und 2. Bürgermeister.
Ebenfalls nach dem Krieg praktizierte der Arzt Dr. Rüdel 2 Jahre in einem Zimmer im Stockwerk über der Gaststätte, was für die Patienten sehr praktisch war. Sie konnten ja die Gaststube zu jener Zeit als Wartezimmer nutzen.
Zu der Brauerei gehörte auch ein landwirtschaftlicher Betrieb, der 1958 aufgegeben wurde.  Im selben Jahr wurde auch die Gastwirtschaft geschlossen.

1958, mit der Heirat von Hans Hauf und Margarete, geb. Eder, wurde die Brauerei in eine oHG (offenen Handelsgesellschaft) überführt und Hans und Marga als Gesellschafter aufgenommen. Hans Hauf ist Diplombraumeister.

1991 wurde Hannes Hauf, der Sohn von Hans Hauf, der seit 1985 mit Doris, geb. Bofinger, verheiratet ist, als Gesellschafter in die oHG aufgenommen.

2002 wurde die oHG aufgelöst und ging in das Eigentum von Hannes Hauf über.

2012 wurde die Produktion eingestellt. Die Firma wird seitdem als Getränkehandel und Festzeltverleih weitergeführt.

 


 


Die Kindergärten in Dentlein und Großohrenbronn Teil 1

.

Geschichte des Kindergartens

Vorläufer des Kindergartens waren die sog. Kinderbewahranstalten. Erste solche Einrichtungen gab es 1770. Dort wurden die Kleinkinder in großen Gruppen (bis zu 50) „aufbewahrt“.

Es gab, falls überhaupt, nur sehr wenig und einfachstes Spielzeug. Die Betreuerinnen hatten vor allem die Aufgabe die Kinder zu beaufsichtigen.
Es folgte in der Zeit um 1800 die Aufsichtsschule (=Kleinkinderschule) für Kinder unter 6 Jahren. Dort wurden  die Kinder der Eltern, die in der Betreuung ihrer Kinder verhindert waren, beaufsichtigt. Eine „Allgemeine Schulordnung für die Herzogthümer aus Schleswig und Holstein vom 24. August 1814“ gab vor dort auch einen „für das erste jugendliche Alter passenden Unterricht“ abzuhalten.
In der Zeit der Industrialisierung (1840 bis 1933), in der immer mehr auch die Frauen zum Einkommen der Familien beitragen mussten, entwickelte sich die Aufsichtsschule zunehmend zu einem Kindergarten. Sie wurden kindgemäßer und nach und nach wurden auch pädagogische Elemente eingeführt.
Erstmals wurde dem Kind mit dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz 1924 ein Recht auf Erziehung zugesprochen.
Für das Dritte Reich war die Kindererziehung ein wichtiger Bestandteil der Erziehung im nationalsozialistischen Sinne. Dies fand seinen Ausdruck in einem Spruch für NSV-Kindergärten: „Händchen falten, Köpfchen senken – immer an den Führer denken. Er gibt euch euer täglich Brot und rettet euch aus aller Not.“ Adolf Hitler erklärte 1935 auf dem Reichsparteitag: „Wir wollen ein hartes Geschlecht heranziehen, das stark ist, zuverlässig, treu, gehorsam und anständig.“
Ab 1935 verstärkte die NSDAP die Bemühungen die konfessionellen (evangelischen und katholischen) Kindergärten aufzulösen und  in die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt)zu überführen; doch stießen sie bei den Kirchen auf heftigen Widerstand. Erst 1938 übertrug man die Aufsicht über alle Kindergärten der NSV.

Erste Kindergärten in der Gemeinde Dentlein

In Großohrenbronn bestand bereits Mitte der 30-iger Jahre ein Kindergarten, der durch einen Kindergartenverein betrieben wurde. Eine Bürgerin aus Großohrenbronn erinnert sich, dass sie ihren im Jahr 1931 geborenen Bruder 1935/36 regelmäßig in den Kindergarten in Großohrenbronn brachte, der sich damals im Saal der Gastwirtschaft Gaab befand.

Die ältesten auffindbaren Belege für einen Kindergarten in der Gemeinde stammen aus dem Jahr 1937. In einem Sitzungsprotokoll des Gemeinderats vom 12.3.1937 wird zu einem „Plan zur Anlegung eines Kindergartens“ Stellung genommen. Es wird beschlossen die zur Errichtung eines Kindergartens in Dentlein benötigten Räume zur Verfügung zu stellen und einen Teilzuschuss zu den Umbauarbeiten zu übernehmen.

Am 14. Januar 1938 berichtet der bayerische Grenzbote über einen Brand oberhalb des provisorisch in der Gaab´schen Wirtschaft eingerichteten Kindergarten in Großohrenbronn. Da gerade Mittagspause war, gab es lediglich Sachschaden. 1938/1939 wurde der Kindergarten dann in das Lehrerwohnhaus verlegt, wo er bis zum Kriegsende verblieb. Er wurde von Schwestern in weißer Tracht betrieben. Während des Krieges gab es im Kindergarten eine Schulspeisung.

Bereits im Oktober 1937 nahm der Kindergarten in Dentlein am Erntedankfest mit einem „mit viel Liebe und Sorgfalt“ geschmückten Wagen mit dem Motto „Des Volkes Frühling“ (1) teil. Gespann und Fahrer wurden von der Wehrmacht gestellt.

Einem Gemeinderatsprotokoll vom Februar 1939 ist zu entnehmen, dass der Kindergarten und ein Schulsaal in Großohrenbronn neu gebaut werden. Man sprach sich gegen die Einführung der achten Schulklasse aus und beschloss dass das Lehrerwohngebäude an den NSV Kindergarten vermietet wird.

Am 11.8.1940, ein Sonntag, fand ein Kindergartenfest in Dentlein im Garten des Gasthauses Wagemann statt, an dem die drei Kindergärten von Dentlein, Großohrenbronn und Wieseth teilnahmen. Die Begrüßung erfolgte durch den Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Binder. Er führte unter anderem aus, dass demnächst eine allgemeine Speisung der Kinder mit Knäckebrot und Vollkornbrot eingeführt werde, die neben der Speisung an sich auch als Gesundheitsdienst im Kindergarten zu sehen sei. (Bay. Grenzbote)

Wann die kirchlichen Kindergärten in Dentlein und Großohrenbronn in einen NSV-Kindergarten überführt wurden, konnte leider nicht ermittelt werden. Zum Kriegsende wurde der NSV-Kindergarten aufgelöst, da die Räume von den Amerikanern requiriert wurden.

Nach dem Krieg

Entwicklung in Dentlein

Kurz nach dem Ende des Krieges, am 21.5.1945, beschloss die Kirchenvorstandschaft in Dentlein die Übernahme des Kindergartens. Die Kosten sollten durch Spenden und freiwillige Gaben, also durch die Beiträge der Eltern getragen werden. Außerdem versprach die politische Gemeinde ihre Unterstützung. Dies sollte durch ein Abkommen mit dem Rektorat in Neuendettelsau besiegelt werden. (Beschluss des Kirchenvorstands; Landeskirchliches Archiv Nürnberg).

In einem Vertrag zwischen der Gemeinde und der Kirchengemeinde wurde die Übergabe des NSV-Kindergartens an die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit allem Inventar vereinbart. Die Gemeinde stellte auch weiterhin die Räume zur Verfügung.

Pfarrer G. Schmutterer schlägt der Diakonissenanstalt in Neuendettelsau als Übergangslösung seine Tochter Lydia als Kindergärtnerin vor, bis eine entsprechende Kindergärtnerin eingestellt werden kann. Das monatliche Gehalt betrug 100 Reichsmark. Er gibt an, dass mit 50 - 60 Kindern zu rechnen sei. Seinem Vorschlag wird zugestimmt.

Die Wiedereröffnung des Kindergartens wird auch vom Landratsamt des Landkreises Feuchtwangen genehmigt.

In der Ausgabe der FAZ vom 7.11.1951 wird dann über die Wiedereröffnung des Dentleiner Kindergartens berichtet, nachdem die Leiterin des Kindergartens von einem Kindergartenkurs der VHS auf dem Hesselberg zurückgekehrt ist. In dieser Zeit besuchten auch Kinder aus Thürnhofen den Kindergarten in Dentlein. Leider fanden sich bis jetzt keine Unterlagen über eine Schließung des Kindergartens im Zeitraum 1949/50.

Dass der Kindergarten 1951 in Betrieb war, ist aus einem “Haushaltsplan/Jahresrechnung für 1951/52 für die Evang. Kinderpflege“ vom 31.03.1952 ersichtlich.

Daraus ist zu ersehen, dass der Kindergarten 50 Plätze hatte und zu dieser Zeit von 32 Kindern besucht wurde. Das Schulgeld, so wurde der Elternbeitrag damals genannt, betrug in den Jahren 1949 bis 1952 zwei DM pro Kind monatlich. Volles Schulgeld wurde im Jahr 1951 von 22 Kindern bezahlt.

Das Jahresgehalt der Kindergärtnerin belief sich 1951 auf 722,00 DM pro Jahr. Für 1952 wurden 900,00 DM für eine Kindergärtnerin und 300,00 DM für eine Helferin veranschlagt.

An Ausgaben fielen im Jahr 1951 an:

                                      Miete:                                        55,- DM
                                      Heizung und Beleuchtung       370,- DM
                                      Spielzeug und
                                      Beschäftigungsmaterial            50,- DM
                                      Auslagen f. Reparaturen           25,- DM
                                      Verbandszeug und
                                      Desinfektionsmittel                   35,- DM

Die Jahresrechnung 1951 schloss mit Einnahmen in Höhe von 1255,48 DM und Ausgaben in Höhe von 1292,36 DM, also mit einem Minus von 36,88 DM ab. Das Ergebnis war allerdings nur so günstig weil auf der Einnahmenseite zusätzlich zu den 483,30 DM Schulgeld noch Spenden in Höhe von 590,77 DM zu verzeichnen waren. Durch eigene Veranstaltungen (Sommerfest?) konnte der Kindergarten 55,06 DM zum Ergebnis beitragen. Für das Jahr 1952 wurden Einnahmen in Höhe von 1060,00 DM und Ausgaben in Höhe von 1956,40 DM veranschlagt. Das voraussichtliche Minus stieg also erheblich.

Im Jahr 1954 wurde der Kindergarten jedoch geschlossen, da der Platz wegen steigender Schülerzahlen für einen zusätzlichen Klassenraum benötigt wurde. 

 

 


 

 


                      IG Heimat
Verein für Heimatgeschichte Dentlein

 

Die Kindergärten in Dentlein und Großohrenbronn
(Teil 2)

 

Geschichte des Kindergartens

Neuer Kindergarten in Dentlein

Bei einer Bürgerversammlung im Dezember 1960 in Dentlein wurde auf die Notwendigkeit eines Kindergartens hingewiesen. Es wurde vorgeschlagen das alte Schulhaus dafür zu verwenden. Bürgermeister Häberlein aus Thürnhofen schlug vor das alte Schulhaus (heutiges Rathaus) zu verkaufen. Dazu kam es jedoch nicht.

 

Entwicklung in Großohrenbronn

Erst 1958 bot sich wieder eine Gelegenheit für einen Kindergartenbetrieb in Großohrenbronn, als im Gasthof Buckel in Großohrenbronn zwei Räume frei wurden. Pfarrer Stegmüller ergriff die Initiative. Ein Kindergartenverein wurde gegründet. Er finanzierte sich aus den Beiträgen der Eltern, die diese an die Kindergartenleiterin entrichten mussten. Verwaltet wurde der Verein damals von Julius Geißler, der sich auch um die Finanzen kümmerte.

Die Anfänge wären sehr mühsam. Als Mobiliar hatte man lediglich die Tischchen und Stühlchen, die vom alten Kindergarten noch übrig waren. Doch Pfarrer Stegmüller wollte mehr. Er führte ein „Silberopfer“ für den Bau eines neuen Kindergartens ein. An jedem ersten Sonntag im Montag sollte für den Kindergarten gespendet werden und Silberopfer wurde es genannt, da die Spende nicht Kupfer- oder Messingmünzen, sondern Silbergeld, also Markstücke (gerne auch 5-Markstücke) gespendet werden sollten.

1963 war es dann schließlich soweit. In den Jahren 1963/64 wurde der neue Kindergarten nach den Plänen des Architekturbüros Emmert aus Dinkelsbühl gebaut. Im Januar 1965 erfolgte die Einweihung. Pfarrer Stegmüller konnte die Verwirklichung seiner Pläne leider nicht mehr erleben. Der Bau wurde von seinem Nachfolger Pfarrer Vötter durchgeführt. Der Bau kostete rund 120.000 DM, wovon die Pfarrangehörigen durch Spenden und Arbeitsleistung etwa die Hälfte einbrachten.
1983 wurde das 25-jährige Jubiläum des Kindergartens gefeiert. In den neuen Räumen bestand der kirchliche Kindergarten bis Mai 1988.

 

Ein Kindergarten für alle

Bisher gab es jeweils eine Schule in den beiden Orten. Bereits seit Mitte der 1980iger Jahre wurde in der Gemeinde über den Neubau einer Schule für die gesamte Gemeinde nachgedacht.

Das Jahr 1987 stand ganz im Zeichen der Umstrukturierung von Schule und Kindergarten in Dentlein und Großohrenbronn. Das war verständlicher Weise mit intensiven Diskussionen in der Bevölkerung verbunden. Die Notwendigkeit etwas zu ändern ergab sich aus dem erheblichen Rückgang der Schülerzahlen von früher 498 auf 212 im Jahr 1986. In einer Bürgerversammlung in Großohrenbronn am 06.08.1987 wurde vehement der Erhalt von Schule und Kindergarten in Großohrenbronn gefordert. In beiden Ortsteilen war jedoch die Zahl der Kinder zu gering um einen eigenen kirchlichen Kindergarten weiter zu betreiben. In Großohrenbronn kamen Platzprobleme hinzu. In Dentlein wurden die Kinder (etwa 20) bereits seit 1981 nach Wieseth gefahren. Die Kinder aus Kaierberg besuchten den Kindergarten in Oberschönbronn.

Ende Mai 1987 wurde schließlich trotz heftigem Widerstand von Teilen der Bevölkerung (aus beiden Ortsteilen) beschlossen in Großohrenbronn einen 3-gruppigen kommunalen Kindergarten zu errichten und im Gegenzug die Schule in Großohrenbronn, die seit 1706 bestand, zum Ende des Schuljahres 1986/87 aufzulösen. Der seit fast 30 Jahre bestehende katholische Kindergarten wurde in einen kommunalen Kindergarten überführt. Es wurde beschlossen das alte Großohrenbronner Schulhaus umzubauen und dort den kommunalen Kindergarten unterzubringen.

Am 30.04.1988 konnte das neue Kindergartengebäude nach einer 7-monatigen Bauzeit seiner Bestimmung übergeben werden. Am 1.Mai konnte die Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür den Kindergarten besichtigen.

Für den Kindergartenbesuch wurde ein Betreuungsgeld von 70 DM monatlich festgelegt. Es gab 77 Anmeldungen.

Die Gesamtkosten für den Umbau beliefen sich laut Kostenplan auf 1.250.00 DM. Der Gemeindeanteil lag bei rund 793.000 DM. Abgerechnet wurde die Baumaßnahme am Ende mit 1.398.037 DM. Von den alten Gebäuden blieben nur die Außen- und die tragenden Innenwände stehen. Alles andere wurde neu errichtet. Der Wechsel der Kinder, die bisher nach Wieseth gegangen sind, wurde den Eltern freigestellt. Allerdings wurden ab dem 1. Mai keine Fahrtkosten für den Transport nach Wieseth mehr bezahlt.

Jedoch mussten nun die Kinder zum neuen Kindergarten befördert werden. Den Transport durfte die Gemeinde weder selbst durchführen noch die Kosten hierfür übernehmen oder bezuschussen.

Schließlich ergriff die ev.-luth. Kirchengemeinde die Initiative und bezuschusste die Anschaffung eines Busses zur Beförderung der Kinder.

Da die Trägerschaft des Transportes der Kindergarten -Kinder von der Kirchenverwaltung nicht genehmigt wurde gründete sich schließlich ein „Ökumenischer Förderverein“ dem der Bus unentgeltlich überlassen wurde. Dieser Verein, der von engagierten Bürgern bis heute betrieben wird, hat über nunmehr fast 20 Jahre den Transport der Kinder stets zuverlässig sichergestellt.

In den Jahren 2011/12 wurden im Kindergarten umfangreiche Renovierungsmaßnahmen notwendig. Die Heizanlage musste weitgehend erneuert werden, der Hof vor dem Eingang wurde neu gestaltet und eine Außentreppe als 2. Fluchtweg musste angebaut werden.

Generalsanierung und Erweiterung

Die Jahre 2015/16 standen wiederum, wie damals die Jahre 1987/88 im Zeichen intensiver Diskussionen über die weitere Entwicklung des Kindergartens.

Auslöser war der Vorschlag die bestehenden Gebäude umfassend zu sanieren. In der späteren Phase der Diskussion zeichnete sich auch ab, dass der Kindergarten um eine Gruppe erweitert werden musste und damit eine bauliche Erweiterung nötig würde. Über alle mögliche Varianten (Generalsanierung des bestehenden Gebäudes und Anbau; Teilabriss und Generalsanierung des restlichen Altgebäudes plus Neubau; vollständiger Neubau) wurden ausgiebig debattiert. Die Entscheidung fiel schließlich zu Gunsten der Generalsanierung der bestehenden Gebäude plus Neubau.

Die Arbeiten begannen im Herbst 2016 und wurden im Dezember  2017  abgeschlossen. So konnte der generalsanierte, erweiterte Kindergarten am 16.12.2017 seiner Bestimmung übergeben werden.

Liste der Kindergärtnerinnen von Dentlein und Großohrenbronn

                            Dentlein:                                             Großohrenbronn
                     Tante Berta (Schmid; Deffner)        Betty Trump (Ende der 30iger Jahre)
                     ?                                                           Tante Finni Josefine Marx (ab 1958)
                                                                                   Tante Martha (Name unbekannt)
                     Lina Mägerlein                                   Tante Toni (Name unbekannt)
                                                                                   Tante Sieglinde (Sieglinde Glatz)
                                                                                   Tante Siegrid (Siegrid Osti, Schopfloch)
                                                                                   Tante Gerlinde (FLZ v. 17.3.1973)
                                                                                   und Tante Fini (FLZ v. 17.3.1973)
                                                                                   vom 01.09.1977 bis 30.06. 1981)
                                                                                   Mutterschaftsvertretung von Juli bis Dez.
                                                                                   1980 durch Theres-Marie Hilpert aus
                                                                                   Dürrwangen
                                                                                   Tante Gerlinde (Gerlinde Fischer (geb.
                                                                                    Geißler)
                                                                                   Tante Anita (Anita Ryll) vom 1.9.1983 bis
                                                                                   Nov. 1987
                                                                                   Tante Cilly (Cilly Wolfram) ? bis 1988

 

1988: Übergang zum gemeindlichen Kindergarten
1988 - 1991                 Doris Hauf (erste KiGa-Leiterin des gdl. KiGa)
1991 – 1992                Heidrun Schweiger
1992 – 1994                Doris Hauf
1994 – 2000                Sabine Häfner (geb. Fischer)
2000 – 2002                Ines Fischer
2002 – 2004                Sabine Häfner
2004 – 2008                Vera Rister
seit 2008                      Sabine Häfner

 


Die „Heckenwirtschaft“ in Großohrenbronn

.

   Die „Heckenwirtschaft“ in  Großohrenbronn  von Monika Schober

 

Die Anfänge

Das „Spalter Bräustüble“ Poststraße 18 in Großohrenbronn war wohl wesentlich bekannter als die „Heckenwirtschaft“. Eröffnet wurde sie im Oktober 1957 von der damals 27-jährigen Anni Durst. Der Bierlieferant war die Spalter Stadtbrauerei. Ihr Mann Karl Durst unterstützte sie vor allem an den Wochenenden von ihrem Mann Karl Durst und von ihren Eltern Richard und Babetta Marx.

Die Gaststätte

Die Wirtsstube wurde von der Brauerei mit 6 Tischen für je 10 Personen sowie einem runden Tisch an der Schanktheke vorne ausgestattet. Die Eckbank entlang der Außenmauern als auch die Stühle waren ohne Polsterung. Es gab lediglich lose Sitzkissen. Im rechten hinteren Bereich war eine Eckbanknische eingerichtet. Im Nebenzimmer fanden ca. 30 Personen Platz, so dass Feste wie Hochzeiten und Kommunionen ausgerichtet werden konnten.

In den Sommermonaten verlagerte sich der Wirtschaftsbetrieb überwiegend auf die hinter dem Haus vorhandene, und über das Nebenzimmer zugängliche Terrasse und den Biergarten. Der Garten war von einer Fichtenhecke umfasst, daher stammt der Name:   Heckenwirtschaft

 

Das Angebot

Außer kalten und warmen Getränken gab es stets Bratwürste und Vesper. Ab und zu wurde eine Schlachtschüssel abgehalten und natürlich im Oktober die >Allerweltskirchweih< gefeiert. Im Spätherbst gab es ein Fischessen wo die Karpfen aus dem eigenen Weiher auf den Tisch kamen.

Alle 14 Tage lieferte die Brauerei zwei kräftige Eimer marinierte Heringe, welche größtenteils über die Straße verkauft wurden.

Im Nebenzimmer hatte die Sparkasse einige Jahre lang eine Dienststelle eingerichtet. Am Freitagnachmittag und Samstagvormittag, als die Pendelarbeiter zu Hause waren, betreute der allseits bekannte Herr Neugebauer unterstützt von Rudi Grimm und Otto Schuldes ihre Kunden.

 

Wirtshausgeschichten
erzählt von der ehemaligen Wirtin

Ein Herrnschneider von Beruf, der gern täglicher Gast war, hat nebenher seine Privatkundschaft gefunden und beraten, so hatte er dadurch die Möglichkeit ein bescheidenes Taschengeld zuzuverdienen.

Ein Gast kreuzte gerne mit Filzschlappen auf, meist noch Klopapier in der Hosentasche, bestellte sich ein „Schnelles Bier“, während er seine Frau im Glauben ließ er säße so lange auf dem „Stillen Örtchen“. Es war ein Trockenklo außerhalb seines Hauses. Nicht selten jedoch blieb es nicht bei dem einen schnellen Bier und er kehrte erst spät in der Nacht nach Hause.

Ein anderer Stammgast aus der Nachbarschaft, genannt „Wulli“, holte zu vorgerückter Stunde ab und zu seine Gitarre um die sangeslustigen Mitzecher musikalisch zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurde ein Stuhl auf den Stammtisch gestellt, worauf der Musikus sitzen musste. Er wurde zudem auch geschmückt mit Halstuch und Blumen und man hat ihm viel zu große Schuhe angezogen.

Wenn am Wochenende ein anderer Nachbar, „dr Beckn Richard“ mit seiner „Quetschn“ spielte war im Handumdrehen die ganze Wirtschaft voll.

Einmal kamen „Drei Köllner Jungs“ mit einem Auto, sie fragten die Wirtin nach ihrer Mutter, holten diese aus der Küche von ihrer Arbeit weg, trugen sie in die Wirtsstube, ließen sie hochleben und feierten bis in die Morgenstunden mit den Wirtsleuten. Es waren ehemalige Ferienkinder die nach dem Krieg in der Poststraße in Großohrenbronn untergebracht waren.

Wie ging es weiter?

1970 zum 1. Januar wurde die beliebte Wirtschaft nach über 12 Jahren Betrieb und zum großen Bedauern der Stammgäste geschlossen.

2001 verkaufte die ehemalige Wirtin das Anwesen und übersiedelte nach Feuchtwangen in ein neugebautes Reihenhaus; wo sie bis heute wohnt und ihren Lebensabend verbringt.


Der Nachtwächter von Dentlein

.

 

Nicht nur in Dinkelsbühl oder Rothenburg gab es früher einen Nachtwächter, auch Dentlein hatte einen.

Der Nachtwächter war ausgestattet mit einem Spieß, einer Laterne und einem Horn. Bei seinem Rundgang musste er die jeweilige Stunde ausrufen, ausbrechende Brände melden oder einen Diebstahl vereiteln. Das Horn sollte der Nachtwächter nur benutzen, wenn Feuer ausbricht oder wenn er persönlich angegriffen wird.

                        Sein Ruf lautete je nach der jeweiligen Uhrzeit:

Hört ihr Leut und lasst euch sagen,

unsere Glock hat 12 geschlagen,

löscht das Feuer und das Licht,

dass unserm Haus kein Schad geschieht.

Die Wahl des Nachtwächters erfolgte üblicherweise von der Ortsobrigkeit und dem Gemeindeausschuss. Zur Nachtwache durften nur anerkannte, sittliche, besonders dem Trunke nicht ergebene, gesunde und rüstige Personen angenommen werden. Jeder Nachtwächter musste bei seinem Rundgang mit einem Spieß bewaffnet sein.

Einem Schriftstück vom 29.12.1863, das im Staatsarchiv in Lichtenau aufbewahrt wird, ist zu entnehmen, dass die Gemeindeversammlung - das entspricht dem heutigen Gemeinderat - beschloss auch im nächsten Jahr wieder die „Lautnachtwache“ an den Wenigstnehmenden
(= Kostengünstigsten) zu vergeben, mit der ausdrücklichen Bestimmung, dass der Nachtwächter zu jeder vorgeschriebenen Stunde rufen und bei Gefahr in sein Horn blasen musste. Sein Rundgang und die Plätze an denen er rufen musste waren vorgeschrieben. Er war nur für den Ort Dentlein, nicht für die Außenorte, zuständig. Zuwiderhandlungen von Seiten des Nachtwächters wurde zur Anzeige gebracht und entsprechend dem damaligen Polizeistrafgesetzbuch bestraft.

Die „Ausschreibung“ des Postens erfolgte durch den Gemeindediener, der dies öffentlich ausrief. 1864 wurde wieder der bisherige Nachtwächter Friedrich Hartnagel. Die Entlohnung betrug 35 Gulden für ein Jahr.

Friedrich Hartnagel hatte also auch schon vorher als Nachtwächter gearbeitet. Seit wann es in Dentlein einen Nachtwächter gab lässt sich aus den vorhandenen Unterlagen leider nicht feststellen.

Nachdem dem bisherigen Nachtwächter Hartnagel der Posten erneut zugesprochen war, wurde er vom Gemeindeausschuss vorgerufen, und ihm wurden seine Aufgaben und Bestimmungen vorgelesen und er erklärte seine Zustimmung zu diesen Verpflichtungen mit Unterschrift. Unter anderem verpflichtete er sich als Nachtwächter das ganze Jahr hindurch zu den vorgegebenen Stunden an den vorgegebenen Plätzen im Dorf auszurufen und zu blasen. Es gab also damals schon einen schriftlichen Arbeitsvertrag für diesen Posten.

Am 21.12.1864 wurde der Vertrag für Friedrich Hartnagel um ein weiteres Jahr verlängert. Die Besoldung wurde auf 54 Gulden erhöht. Der Nachtwächter selbst musste sein Gehalt, das er in 2 Jahreshälften bekam, von den Familien im Dorf selbst einheben.

Mit Schriftstück vom 30.1.1891, unterzeichnet von dem damaligen Bürgermeister Binder, wurde dann die Nachtwache aufgehoben.

Das Ende des Nachtwächters in Dentlein war allerdings nicht ganz unumstritten.

Am 4.2.1891 kam der Gemeindeausschuss zusammen. Es wurde die eine Nachtwache in Dentlein verfügende bezirksamtliche Anordnung vom 8. Januar 1891 bekannt gegeben und dagegen Beschwerde an die Königliche Regierung erhoben. Die Antwort erfolgte postwendend am 8.2.1891 mit dem Tenor: die Nachtwache in Dentlein soll fortbestehen und der Gemeindeausschuss hat das erforderliche Personal aufzustellen.

Der Gemeindeausschuss stellte jedoch in einem Bericht vom 13.2.1891 fest: Der Sicherheitszustand des Ortes Dentlein ist im Allgemeinen ein guter, nachdem seit dem 29. März vorigen Jahres kein Diebstahl mehr vorkommen ist und seit dem Jahr 1884 es auch keinen Brand mehr gab. Es dürften daher in Bezug auf die öffentliche Sicherheit keine Bedenken an der vorläufigen Einstellung der Nachtwache in Dentlein bestehen.

Es ist daher anzunehmen, dass es seit dieser Zeit in Dentlein keine Nachtwächter mehr gab. Der Nachtwächter drehte seine letzte Runde in Dentlein also im Ende 1890.

Sieglinde Fees, Hans Moser


Geschichte der Schulen in Dentlein

.

Geschichte der Schulen in Dentlein und Großohrenbronn.

1. Teil

Das Schulwesen in Bayern

Das Schulwesen in Bayern war seit 1573 kirchlich dominiert. Es gab einen Geistlichen Rat der als Zentralbehörde fungierte. Schulen vor Ort wurden von der jeweiligen Kirchengemeinde geführt. Lehrer wurden von ihr angestellt oder der Pfarrer selbst war der Lehrer.
1802 wurde die Schulpflicht für Kinder von 6 - 12 Jahren eingeführt. Ausgenommen war die Zeit von Mitte Juli bis zum 8. September, also die gewöhnliche Erntezeit. Daraus haben sich wohl die heutigen Sommerferien entwickelt. Die Umsetzung der Schulpflicht zog sich allerdings noch über mehrere Jahrzehnte hin. Es konnte passieren, dass bereits im Ma,i Juni und Juli sehr viele Kinder nicht kamen.
1803 kam zur Werktagschulpflicht die Sonn- und Feiertagsschulpflicht, für Mädchen und Knaben hinzu.
Im Jahr 1804 kam der sogenannte Toleranzerlass der die Errichtung von Schulen ohne Rücksicht auf die Konfession forderte. Bisher waren die Schulen streng konfessionell orientiert, es gab also nur katholische oder evangelische Schulen.
Lehrer konnte praktisch jeder werden. In dieser Zeit waren sie in der Regel von der Gemeinde für ein Jahr angestellt. Die Anstellung musste jährlich verlängert werden. Sie wurden oft sehr schlecht bezahlt und mussten oft noch andere Tätigkeiten, wie Messner- und Organistendienste, Totengräber, Bader und die Landwirtschaft etc. ausüben um das Überleben sichern zu können. Auch die Unterbringung war meist sehr schlecht. 1804 wurde zwar von staatlicher Seite ein Gehalt für Lehrer festgesetzt, es dauerte aber noch viele Jahre (bis ca. 1860) bis auch in den oft armen Gemeinden diese Forderung erfüllt wurde. Lehrer erhielten keine Rente und mussten deshalb bis ins hohe Alter arbeiten.
In manchen Fällen konnte der Lehrer weder lesen noch schreiben. Erst 1808 wurde eine Lehrerausbildung eingeführt. Es dauerte aber auch hier noch Jahre bis jeder Lehrer zumindest eine Grundausbildung hatte.
Die Schulgebäude waren oft so klein, dass der Unterricht in der Wohnstube des Lehrers stattfand. Mancherorts gab es auch keine Schulgebäude und der Unterricht fand in den Stuben der Bauern statt.
Die Widerstände der Kirche gegen die Einführung einer konfessionslosen Schule waren erheblich. 1817 kam es durch die Unterzeichnung des Konkordatserlasses und weiterer kirchenfreundlicher Erlasse zu einer Wiedereinführung der Konfessionsschulen (Trennung in katholische und evangelische Schulen).
Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 wurde die kirchliche Schulaufsicht endgültig durch die staatliche Aufsicht abgelöst. 1919 wurden die Lehrer zu Beamten und im Jahr 1921 fiel das Eheverbot für Lehrerinnen. Sie dürften also auch heiraten.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden die Schulen zu „Deutschen Schulen“. Der Versuch die Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln stieß damals auf erhebliche Widerstände in der Bevölkerung. Auch einen „Kruzifixerlass“ gab es 1941. Im Gegensatz zum Kruzifixerlass von 2018 jedoch forderte dieser Erlass die Kruzifixe aus den Schulen zu entfernen. Auch das löste einen Proteststurm aus, sodass der Erlass wieder ausgesetzt, nicht aufgehoben, wurde. Die Aufgabe der Schule in der NS-Zeit war es „die Kinder zu einem leiblich und seelisch kerngesunden, rasse- und artbewussten, volksverpflichtenden, ihr bewussten, kampfesmutigen, wehrhaften und schaffenstüchtigen, völkisch-politischen, nationalsozialistischen Deutschen Menschen“ zu erziehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein geregelter Schulbetrieb erst wieder 1946/47. Es wurden überall wieder Konfessionsschulen eröffnet. 1949 kam die Lehrmittelfreiheit, d.h. Schulbücher stellte die Schule kostenlos zur Verfügung und 1951 kam ein neues Schulpflichtgesetz.
Schulstrafen gab es viele noch bis ins 20. Jahrhundert. Die Rute war dabei im 18. Jahrhundert nur eine von mehreren. Sie kam aber durchaus, neben Ohrfeigen und Kopfnüssen, noch bis in die 1960 er Jahre zum Einsatz.

Die Anfänge

Dentlein

Um 1605 wird Bastian Holzlein erwähnt, ein alter Mann, der zur Winterszeit in den Dörfern und Weilern umherzog und „um die Suppen“ den Kindern lesen, schreiben und beten lehrte. Ab ca. 1612 war dann wieder wegen Armut kein Schullehrer da. Die Gemeinde bat darum, dass der von ihr gewünschte Pfarrer auch die Kinder unterrichte.

Einem Dokument im Kreisarchiv Nürnberg ist zu entnehmen, dass es seit 1623, damals wütete der 30-jährige Krieg in der Region, um den Messner Dienst zu Dentlein übel bestellt ist. Der Messner war auch als Lehrer tätig. Die Quellen besagen, dass der Messner weder lesen noch schreiben konnte und er auch noch Amtmann zu Kloster Sulz, Förster, Vogelfänger und Totengräber in Dentlein sei.
Aus einem Schreiben des bayerischen Staatsarchivs Nürnberg von 15.9.1922 an das Landesfinanzamt Nürnberg, Abt. 1; Zweigstelle Ansbach, in dem es um die Trennung des Meßner- und Schuldienstes in Dentlein geht, findet sich ein geschichtlicher Abriss des Schuldienstes in der Gemeinde Dentlein. In diesem Schreiben wird als Quelle dieser Ausführungen die damaligen Dokumente des Staatsarchives angeführt.
Einleitend erklärt der Verfasser: „Das hier verwahrte Material weist große Lücken auf, ermöglicht aber die Entwicklung der in Rede stehenden Besoldungsverhältnisse deutlich zu erkennen.“
Aus den vorhandenen Unterlagen ist ersichtlich, dass bis zum Jahr 1623 in Dentlein keine Schule bestanden hatte, oder dass wenigstens damals das dortige Unterrichtswesen schon seit geraumer Zeit „gänzlich in Verfall geraten war“. Die Besoldung des Lehrers umfasste nach Berechnungen des Dekans aus Feuchtwangen (Schreiben vom 4. Dezember 1623) 24 Brotlaibe (also pro Monat 2) und 23 Korngarben und 3 Hafergarben, in Geld ungefähr 8 - 10 Gulden pro Jahr. Dazu kommen noch die unsicheren Einnahmen für Leichen, Kindstaufen, Hochzeiten etc.. Der Ertrag des Schulgeldes, das von den Eltern zu entrichten war, sei ungewiss.
Man muss also davon ausgehen, dass ein Messner und Lehrer ohne Nebeneinkünfte ein sehr ärmliches Leben hatten.
Die Pfarrei war im 30-jährigen Krieg so verödet, dass sie von 1634-1661 mit Wieseth zusammengelegt werden musste.
1686 schrieb die Verwaltung des Kloster Sulz (Unterschrift eines Mattaus Junius) an die „Hochansehenden Cammer Räthe“ (Kammerräte) der „Hochfürstlich Brandenburgischen Vormundschaft“ unter anderem wegen der Schulverhältnisse in Dentlein. Es wird vorgeschlagen die unteren Stuben des Pfarrhauses für die Unterbringung eines Schulmeisters zu verwenden, da durch die Zusammenlegung der Pfarreien Dentlein und Ammelbruch das Pfarrhaus leer bleiben werde. Die Gemeinde könne dann ein Schulhaus, am besten an der Kirchenmauer, bauen ohne den Schulmeister in einer Familie unterbringen zu müssen. Die Pfarrgemeinde bestand damals (also vor 332 Jahren) aus 28 Haushalten. Sie war seit dem Ende des dreißigjährigen Krieges (1648), als es nur noch 3 Haushalte gab, wieder deutlich gewachsen aber noch sehr arm. Dass dem so war beschreibt 1695 derselbe Matthias Junius. Er führt aus, dass die Gemeinde Dentlein zu arm und deshalb nicht in der Lage sei ein Schulhaus zu bauen. Die Pfarrgemeinde zählte nur noch 19 Haushalte.

Nach dem 30-jährigen Krieg drängte Pfarrer Stephani (seit 1662 in Dentlein) darauf, dass ein Schulmeister nach Dentlein kam, der auch den Messner- und Forstdienst verrichten sollte.

Die Klosterverwaltung von Sulz, der damals die Kirchengemeinde in Dentlein unterstand, schrieb 1686, dass der Schulmeister auch mit den Aufgaben eines Forstmeisters betraut war. Die zusätzliche Aufgabe erhielt er um seine Einkünfte zu verbessern, da ansonsten niemand für die Lehrstelle zu finden wäre. Die Besoldung blieb bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, also 220 Jahre lang, fast unverändert. Ab 1750 fehlt in den Rechnungen des Kloster Sulz für den Lehrer in Dentlein die Ausgabe für die Forstmeisterstelle. Man kann daraus wohl ableiten, dass der Lehrer diese Funktion nicht mehr ausübte. Im Jahre 1787 teilte der damalige Lehrer den übergeordneten Stellen auf Anfrage mit, dass er kein anderes Amt mehr ausübe.
Aus dem Schreiben im Nürnberger Staatsarchiv ist ersichtlich, dass irgendwann im 18. Jahrhundert ein Schulhaus und eine Lehrerwohnung erbaut wurde

Im Jahr 1688 wendet sich die gesamte Bürgerschaft der Gemeinde an die hochfürstlich brandenburgische und ansbachische Vormundschaft in Ansbach mit dem Ansuchen in Dentlein ein Schulhaus mit Lehrerwohnung zu bauen. Sie erklären, dass es in Dentlein bisher niemals ein solches gegeben habe und begründen ihren Antrag damit, dass in Dentlein die Pfarrer selbst den Gesang in der Kirche führen müssen, es also keinen Kantor gibt. Auch die Jugend musste der Pfarrer früher unterrichten. Wegen der widrigen Verhältnisse mussten die Kinder allem Anschein nach in Wieseth in die Schule gehen. Und gehen ist hier durchaus wörtlich zu nehmen.
In dem Schreiben wird ausgeführt, dass sie eine gute Stunde unterwegs wären und dass sie „des Winters eine nicht geringfügige Gefahr von den Wölfen bestehen müssen“. Es wird außerdem mitgeteilt, dass man nun vor 4 Jahren einen „feinen, sittsamen und gottesfürchtigen Mann“ bekommen habe. Er könne aber nur sehr schlecht besoldet werden, auch sei keine Herberge für ihn vorhanden.
Die Antragsteller bitten auch darum aus den umliegenden Wäldern das notwendige Holz für den Bau schlagen zu dürfen und für die Besoldung des Lehrers Unterstützung zu bekommen.

Welchen Erfolg das Ansuchen hatte zeigen die folgenden Quellen.

Aus Unterlagen des Rentamtes Feuchtwangen ist unter dem Datum 09.10.1694 von einem bloßen Häuslein, erbaut von Hannß Georg Bürger, zu lesen. Diese wurde allem Anschein nach als Schulhaus genutzt, da es 1695 „der Gemeind zum Schulhaus“ (Anmerkung: Gemeind = Gemeindeplatz, ein Grundstück im Eigentum der Gemeinde) vermerkt ist.

Pfarrer Weingartner (Pfarrer in Dentlein von 1903 bis 1918) schreibt in seiner Chronik über das Schulwesen in Dentlein:
„Die Wohnung des Schullehrers ist zugleich Kirchnerswohnung. Vor 1691 bestand keine Wohnung für den Schulmeister, sondern er musste sich als armer Hausgenosse, bald hier, bald da aufhalten. 1691 kaufte die Gemeinde ein armseliges Häuschen, in dem der Schulmeister Wohnung fand (1).

1698 bat die Gemeinde um Bauholz für ein Schulhaus und um Geldbeihilfe (2). Das Haus, welches damals gebaut worden sein wird, wird im Sal- und Lagerbuch von Sulz (1690) beschrieben: „Schulhaus und Wohnung. Dieses steht auf der Kirchmauer vom Eingang in Kirchhof nahe am Bauernhaus auf dem Gemeindeplatz, welches die Gemeinde aus ihren Mitteln erbaut, anno 17 (1617?).

Bis 1840 stand das Schulhaus im Kirchhof, an dessen nordwestlichen Seite. 1840/41 wurde das gegenwärtige Schulhaus, das zugleich Mesnerhaus ist, wie die Gemeinde ausdrücklich anerkannt hat (3), erbaut.“

Also war seit 1691 in Dentlein ein, wenn auch armseliges, Schulhaus vorhanden.

07.04.1814: Das Landgericht berichtet in Sachen Schulstuben-Reparatur zu Dentlein und ersucht die Gemeinde um Auskunft was die Erweiterung der dortigen Schulstube im vorigen Jahr gekostet habe.
Diese beschrieb hierauf die Beschädigungen an dem Schulhaus. Die Wetterseite hätte sich seit etlichen Jahren geneigt und gesenkt und im Monat August sei ein Teil von der Decke in die Stubenkammer mit einigem Krachen heruntergefallen.

Die nächste urkundliche Erwähnung des Schulwesens in Dentlein stammt aus dem Jahre 1833.

1833 werden der Gemeindevorsteher Mägerlein und der Gemeindepfleger Martin Hübsch beim Landgericht vorstellig, weil das Schulhaus aus dem Jahr 1691 ist in einem total baufälligen Zustand war.

Daraufhin wurde von der „Königlichen Lokal-Schul Commission“ eine Inspektion durchgeführt. Ergebnis war ein durch den Schulinspektor erstellter Bericht.
Das Schulhaus wird folgendermaßen beschrieben:

Ein einstöckiges Schulhaus mit 45 Fuß Länge und 27 Fuß Breite (= 13,5 m lang und 7,8 m breit). Das Haus hat im Erdgeschoss ein Schulzimmer, das zugleich als Wohnstube genutzt wird. Dieses ist 29 Fuß lang (8,4 m) und 24 Fuß breit (7 m).

Die Doppelnutzung wird als „Übelstand“ bewertet, dem man durch den Einbau einer Bretterwand abzuhelfen versuchte. Da aber die Schülerzahl stetig gewachsen war, mussten beide Räume als Schulräume genutzt werden. Außerdem gab es noch eine sehr kleine Kammer, eine Küche und einen Kuhstall im Haus.

An Grundstücken gehörten dazu:

· 1/32. Morgen (= 92 m²) Schulgarten

· 1 Schulwieslein am Eichelberg (1/4 morgen = 734 m²)

· 1 ½ Ruthen (= 108 m²) Weiherteilwiese

· ein Gemeindeteil bei dem Brecht Hause mit 1/ Morgen (= 734 m²), teils Wiese, teils Acker

· Gemeindeteile beim Zinsen Hof mit 1 Tagwerk (= 1 Morgen)

· ein Gemeindeteil auf dem Fichtberg, unkultiviert, und die

· Nutzung des Grasses vom Friedhof.

Im Protokoll aus dem Jahr 1834 wird festgestellt, „ dass das ganze hiesige Schulhaus in schlechtestem Zustand ist und von dem Lehrer gar nicht bewohnt werden kann.“ Die Gemeinde wird aufgefordert alle nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit im Jahre 1835 ein neues Schulhaus gebaut werden kann und entsprechende Unterstützungsanträge (Bezuschussungsanträge) ungesäumt zu stellen.
Sowohl die Gemeinde als auch die Kirchenstiftung, die jeweils ein Drittel der Kosten hätten aufbringen müssen, waren aber zu arm für ein solches Projekt. Daher zog sich die Angelegenheit über Jahre hin. Ein erster Bauplan wurde zwar 1835 erstellt, aber gebaut wurde nicht. Jahre später folgte ein weiterer Plan und einem Schreiben der königlichen Bauinspektion Ansbach an das königliche Landgericht Feuchtwangen vom 24 Oktober 1841 ist zu entnehmen, dass mit dem Bau begonnen worden war.

 

Plan für ein neues Schulhaus aus dem Jahr 1843

Die Pläne zeigen im Erdgeschoss die Lehrerwohnungen und eine Holzlege. Es ist anzunehmen, dass für 2 Lehrer geplant wurde, da damals eine Wohnung mit 2 Wohnzimmern, einer Schlafkammer und 2 weiteren Kammern wohl ein nicht vorstellbarer Luxus gewesen wäre. Küche und Speisekammer wurden vermutlich gemeinsam genutzt. Im Obergeschoß waren 2 Schulsäle, eine kleine Schulgehilfenwohnung und 2 Aborte (für Mädchen und Knaben) vorgesehen. (Der ehemalige Schulsaal auf der linken Seite wird heute als Sitzungssaal genutzt).

Der Grund und Boden, der zum Bau einer Stallung, eines Waschhauses und einer Holzlege außerhalb des Schulhauses gebraucht wurde, gehörte jedoch dem Nachbarn. So gab es jahrelange Verhandlungen und Streitigkeiten, die schließlich mit der Enteignung des Nachbarn endeten.

Dass der Schulhausbau für die Gemeinde ein wahrer Kraftakt war ist aus einem Schreiben der Regierung von Mittelfranken vom18.02.1852 ersichtlich, den dort heiß es: „Das hiesige Schulhaus samt den Nebengebäuden ist seit 10 Jahren neu erbaut, die Gemeinde ist aber heute noch mit Schulden belastet, welche zur Bereitstellung der Baukosten aufgenommen werden mussten.“

Beim Schulhausbau 1841 wurde nach allem Anschein billigste Materialien verwendet, den 1860 waren im Schulhaus Dentlein Reparaturarbeiten dringend notwendig. Als Grund wurde angegeben, dass alle Fenster einen verfehlten Baustil mit aufgehenden Mittelstücken hätten. Die Folgen wurden so beschreiben: „Die Rahmen sind meistens von knorzigem, maserigen und gedrehten Holz, sodass bei jedem Witterungswechsel, die eingekitteten Fensterscheiben von selbst zerspringen“.

Ein Problem war, dass das Schulhaus bereits nach einigen Jahren wieder zu klein war. Die Gemeinde wollte deshalb auf Abteilungsunterricht umstellen. Das bedeutet, dass die eine Hälfte der Schüler (z.B. die oberen Klassen) am Vormittag und die unteren Klassen am Nachmittag unterrichtet werden. Die Aufsichtsbehörde wollte das aber nicht genehmigen.

Daraufhin tagte am 13.03. 1875 die Schulgemeindeversammlung und fasste folgenden Beschluss:

„Auf vielseitigen Wunsch wurde dahier heute Schulgemeindeversammlung abgehalten, nachdem über Zweidritteile der Glieder anwesend waren, wurde die der königlichen Lokalschulinspektion zugekommene hohe Regierungsentschließung vom 20. Februar laufenden Jahres, nach welcher der Abteilungunterricht in den beiden Schulen dahier nicht genehmigt werden kann, eröffnet.

Da auch die Schule des Schulgehilfen, welche bisher abgeteilt war, untersagt ist, wurde solches von sämtlichen Anwesenden mit Entrüstung und Widerwillen aufgenommen.

Nach erstattetem Vortrag und Beratung wurde folgender Beschluss gefasst:

Es soll die Schul- und Gemeindeverwaltung Dentlein ermächtigt werden, dass dieselbe eine Bitte und Vorstellung an die Königliche Regierung und an das königliche Bezirksamt Feuchtwangen, dass nicht nur die Schule des Schulgehilfen, wie dies durch schon seit zwei Jahren tatsächlich bestand, abgeteilt werde, sondern auch für die Schule des Herrn Lehrers Belz, der Abteilungsunterricht genehmigt werden möchte und zwar aus folgendem Grunde:

1.) Es besteht die Schulgemeinde aus den Ortschaften Dentlein, Oelmühle, Fetschendorf, Großohrenbronn, Kleinohrenbronn, Erlmühle, Schwaighausen, Ober- und Unterkaierberg mit Leichsenhof, welche von einer Viertel bis 1 Stunde von der Schule entfernt sind. Im Winter die Kinder welche meistens arme und minderbemittelten Eltern angehören, infolgedessen nur mit einfacher Kleidung versehen sind kommen schon mit nassen Schuhen und Strümpfen in die Schule, welche bei der stärksten Beheizung nicht trocken werden und müssen so den ganzen Tag sitzen; abends kommen die Kinder spät nach Hause, es werden Kleider und Schuhe selten ganz trocken, und den andern Tag müssen die Kinder mit solchen wieder in die Schule, was der Gesundheit der Kinder sehr nachteilig ist.

2.) Es hat die Erfahrung gelehrt, dass bei stattgefundenen Abteilungsunterricht, bei weitem nicht so viele Krankheiten unter den Kindern vorkommen als in den vorhergehenden Jahren, was auch hauptsächlich die Eltern am meisten bestimmt, auf Abteilungsunterricht zu dringen.

3.) Dass die Kinder im Winter oft noch bei Nachtzeit schon zur Schule fort müssen; wegen Gefahr zu spät zu kommen, oft gar noch nichts essen, mittags nur ein Stücklein trockenes Brot oder Kartoffeln haben und so bis in die Nacht hinein ohne ein warmes Essen zu bekommen, ausharren müssen, und solches aber falls der Gesundheit höchst schädlich ist, wogegen wenn der Abteilungsunterricht stattfände, dieselben doch mittags zu Hause ihr einfaches Mal warm bekämen.

4.) Es können die einzelnen Abteilungen gewiss weiter gefördert werden, als wenn sie alle vier beisammen sind, welches doch unmöglich in allen Lehrergegenständen zugleich unterrichtet werden können, was auch der geschicktesten und kräftigste Lehrer zu leisten nicht vermag, während beim Abteilungsunterricht die Schüler statt vom Lehrer unterwiesen werden können, ist es umgekehrt der Fall, so sind zwei Abteilungen größtenteils der Selbstbeschäftigung anheim gegeben.

5.) Es ist nachgewiesen, dass die Kinder während des stattgefundenen Abteilungsunterrichts mit ihren Kenntnissen nicht zurückgekommen, sondern vorgeschritten sind.

6.) Es findet der Abteilungsunterricht doch auch an Orten statt, wo die sozialen Verhältnisse viel günstiger sind, als in Dentlein.

7.) Es sind die Schulversäumnisse weniger vorgekommen als in den Vorjahren.

Unterschrift: Binder, Bürgermeister

Friedrich Lanmann

Johann Deffner“

In einem Gemeindebeschluss vom 17.07.1875 ist zu lesen, dass der Antrag erfolglos war. Dort steht unter anderem:

„2.) wurde eine hohe Regierungsentschließung vom 22. Juni, nach welcher die Schulgemeindeverwaltung mit ihrer unterm 6. April l. Js. gestellten Bitte um Einführung des Abteilungsunterrichts in den beiden Schulen dahier abgewiesen.“

Doch zumindest wurde genehmigt, dass die schadhaften Fenster im Schulhaus durch neue ersetzt, respektive repariert werden sollen. Nur 5 Jahre später musste das Schulhausdach, „durch welches der Regen eindringt“, repariert werden.

In einem Schreiben vom 1. Juli 1899 gibt der Lehrer Georg Bückstümmer einen umfassenden Bericht über die Situation der Schule in Dentlein. Die Lehrerwohnung: beschreibt er folgendermaßen:

„aa) zwei heizbare Zimmer 21,28 qm
ein unbeheizbares Zimmer 14,00 qm
zwei Kammern 4,76 qm
eine Kammer 10,00 qm

bb) Küche, Waschküchlein, Keller vorhanden
der (Dach-)Boden wird zur Aufbewahrung des Holzes benützt

cc) kleine Scheune und Stall

Mietpreis: 40 M

Zur Beheizung der Schule führt er unter Punkt 9 aus:

„9) Schulheizungsholz: die Schulgemeinde liefert jährlich zur Beheizung der beiden Schulzimmer acht Klafter weiches Holz
Heizperiode: Oktober bis April
der Lehrer besorgt das Einheizen und bezieht hierfür das übrig bleibende Schulholz und 6,86 M
Wert des Schulholzes: 130 M
Anfahren: 28 M

Zur damaligen Zeit musste Schulgeld bezahlt werden, was sicher manchen Eltern nicht leichtfiel, wenn nicht gar unmöglich war.

Das jährliche Schulgeld für Werktagsschüler betrug 3M. Für die Sonntagsschülerwaren 1M 36 Pfg jährlich zu bezahlen.

Für die 10 Schuljahre 1888/89 bis 1897/98 wurden insgesamt 516,37 M bezahlt, pro Jahr also durchschnittlich 51,64 M.

Auch zum Einkommen der Lehrer in der damaligen Zeit findet sich ein Dokument vom 2.Juli 1899:
„Beleg Nummer 4: Lehrer bezieht 493,71 M, wovon für den Schulgehilfen 34,28 M abgeht.“

Zusätzlich zum Gehalt bezog der Lehrer noch Brennholz:
(Beleg Nummer 7) Die Schulstelle Dentlein bezog jährlich als Besoldungsholz aus den Staatswaldungen des Komplexes Burk 5 Ansbacher Klafter (= 14,25 Ster) weiches Scheitholz und 25 Ansbacher = 23 Normal-Wellen im Gesamtwert von 91 M 86 Pfg.

(Im 2. Teil wird die Geschichte der Schule Großohrenbronn von den Anfängen bis 1900 beschrieben.)

Hans Moser und Sieglinde Fees