Geschichte Dentlein am Forst

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Große historische Ereignisse sind in unserer Gemeinde nicht überliefert. Der Name erscheint das erste Mal in einer Urkunde vom 8. Mai 1397.

Dass die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahre 1397 stammt, also erst zu einem relativ späten Zeitpunkt erfolgte, dürfte sich aus der Beschaffenheit der Böden dieser Gegend erklären. Zunächst wurden fruchtbarere Gegenden besiedelt. An den hier angetroffenen lehmigen Sand war man zunächst offenbar nicht interessiert. Die Folge war, dass in der Region ungehindert der Wald wachsen konnte.

Der heutige Name unserer Gemeinde ist abgeleitet vom Wort Tennlin, das in der Urkunde erscheint.

Tatsächlich leitet Dentlein seinen Namen vom Wald ab. Der Name veränderte sich im Laufe der Zeit aus Tennlin, was kleine Tanne bedeutete wurde Dentlein a. Forst. Mit dem Zusatz am Forst wird gleich zweimal die Lage des Ortes in einem großen Waldgebiet hervorgehoben.

Doch schon vor dem Jahre 1397 muss unser Ort schon ein Pfarrdorf mit eigenem Pfarrer gewesen sein. Eine Urkunde vom 14. Januar 1469 berichtet nämlich von einer Vereinigung der Pfarrei mit der Pfarrei Ammelbruch. Grund hierfür war folgender:

Durch Kriegseinwirkungen war das Land viele Jahre verödet. Das Auskommen des Pfarrers konnte nicht erwirtschaftet werden. Folglich wurde die hiesige Kirche mit Ammelbruch zusammengelegt.

Der Pfarrer zu Ammelbruch hatte die Aufgabe "dem Volk zu Tendlein alle pfarrlichen recht zu thun und alwege über den anderen Sonntag daselbst mit Messe und Predigt, auch alle Freytag und die Mittelmesse an dem hl. Christtag daselbst schuldig sei zu verbringen." 

Am 26. April 1473 erfolgte dann durch Bischof Johannes von Augsburg die Trennung Dentleins von Ammelbruch und gleichzeitig die Wiederaufrichtung einer eigenen Pfarrei. Im gleichen Jahr wurde auch mit dem Bau einer stabilen Kirche begonnen. Von ihr ist heut noch der verkürzte Chor und der untere Teil des Turmes vorhanden. Vorher stand eine „Cappel“, was Überlieferungen des Kloster Sulz berichten. Diese Cappel wurde 1418 der St. Ursula und ihrer Gesellschaft, den 11.000 Mägden geweiht. Um diese Zeit erwarb dieses Kloster allmählich den größten Teil des Ortes.

Während des 30 – jährigen Krieges wird berichtet: 1634 wurde die Pfarrei Dentlein der Pfarrei von Wieseth zugeteilt. 1636 rechtfertigte sich der Verweser, Pfarrer Horn von Wieseth, er hab in Dentlein zwei Jahre keine Kirch gehalten, es seien dort nur noch zwei Haushalte.

Um 1650 vermehrte sich die Bevölkerung allmählich wieder. Besonderen Zuwachs brachte die Einwanderung vertriebener Protestanten aus Österreich aus dem „Ländlein ob der Enns“. Die zugewanderte Bevölkerung machte um 1660 etwa ein Drittel der Bevölkerung aus.

Seit 1698 war ein Schulhaus vorhanden. Es stand am Eingang des alten Friedhofes, nordwestlich gegenüber dem „Bauernhaus“. Ein Lehrer fehlte noch. Erst 1767 wird ein Schulexpekant aus Brunst installiert, welcher kein Handwerk betreibt, sondern sich allein vom Kirchendienst und vom Schulwesen ernährt.

Erst 1842 nach dem Schulhausneubau – dem jetzigen Rathaus – konnte ein zweiter Lehrer, ein Schulgehilfe für die Folgezeit „aufgestellt“ werden. Die geschilderten Verhältnisse blieben sowohl im schulischen Bereich, als auch im Lebensstandart der dem 2. Weltkrieg – unverändert.

Unbestritten bedeutete die Einführung des Kunstdüngers einen gewissen Fortschritt für die kleinen Bauern des Ortes. Anstelle der Ziegen standen jetzt Kühe im Stall. Aber erst die so genannte zweite technische Revolution, die Motorisierung zu Beginn der sechziger Jahre brachte den spektakulären Aufschwung der heutigen Marktgemeinde.

Aus einer Mitteilung des Bayer. Hauptstaatsarchivs geht hervor, dass auch Großohrenbronn kein alter Ort zu sein scheint. Er entstand wahrscheinlich aus Rodungen im 15. und 16. Jahrhundert. Da er zur Herrschaft Dürrwangen gehörte, teilte er die Geschicke dieser Herrschaft und stand somit zuletzt (bis 1796) unter den Grafen von Oettingen. Im 16. Jahrhundert stand in Großohrenbronn die Pfarrkirche. 1932 / 1933 entstand an deren Stelle die Heutige Pfarrkirche St. Raphael.

Markant an der Geschichte unserer Gemeinde ist, dass zwischen den beiden Gemeindeteilen die Grenzen des Fürstentums Oettingen und der Markgrafschaft Ansbach verlief. Da die Landesherren die Glaubensrichtung bestimmten, ist diese wohl die Begründung dafür, dass der Ortsteil Großohrenbronn überwiegend katholisch, der Ortsteil Dentlein selbst aber evangelisch ist.

Heute ist Dentlein am Forst eine Gemeinde mit 12 Ortsteilen, eine Fläche von 18 km² und rd. 2425 Einwohnern. An uns, den Nachkommen liegt es, die Entwicklung unserer Gemeinde voran zu treiben.


Heimatgeschichten:

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Liebe Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger,

In der Gemeinde hat sich vor einigen Monaten ein kleiner Kreis heimatgeschichtlich interessierten Dentleinern gefunden, der sich vorgenommen hat die Geschichte der Gemeinde zu erforschen und Geschichten aus der Gemeinde zu sammeln. Die Ergebnisse dieser Bemühungen sollen (zunächst) in unregelmäßigen Abständen im Amts- und Mtteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht werden.

Sollten Sie Material aus früheren Zeiten (Bilder, Zeitungsausschnitte, Postkarten, Briefe etc.) haben, sind wir gerne bereit die Sachen anzuschauen und für eine Auswertung und Weiterverarbeitung zu kopieren bzw. zu archivieren.

Und das sind die Mitglieder der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte:

Otto Schuldes, Hans Moser, Sieglinde Fees, Fritz Fees, Hans Hauf, Renate Staudacher, Michaela Götz, Helmut Wagemann, Arnulf Thoma, Fritz Zinnecker

weitere Mitarbeiter sind herzlich willkommen

Wir beginnen mit einem Bericht des Bezirksarztes Dr. Glenk, Feuchtwangen über eine Visitation der Gemeinde im Jahre 1925 und wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.


Besichtigung der Gemeinde Dentlein durch den Bezirksarzt im Jahre 1925

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Der Bezirksarzt der damaligen Zeit ist vergleichbar mit einem Arzt des Gesundheitsamtes heute. Die Aufgaben des Bezirksarztes der damaligen Zeit unterscheiden sich von denen eines Amtsarztes heute gar nicht so sehr.

Die Tätigkeiten eines Bezirksarztes umfasste u.a. folgende Bereiche: Aufgaben der Gesundheitspolizei, der gesundheitlichen Volksbelehrung, der Schulgesundheitspflege, der Kinder- und Mütterberatung, der Fürsorge für Tuberkulöse, für Geschlechtskranke, körperlich Behinderte, Sieche und Süchtige. Daneben war er zur Mittwirkung bei Maßnahmen zur Förderung der Körperpflege und Leibesübungen verpflichtet und musste amts-, gerichts- vertrauensärztliche Aufgaben wahrnehmen.

Die regelmäßige Visitation (Besichtigung/Kontrolle) der Gemeinden und der dort tätigen Gewerbetreibenden, Schulen und von sonstigen öffentliche Einrichtungen gehörten zu den Routinetätigkeiten eines Bezirksarztes.

In einem Protokoll einer Besichtigung der Gemeinde Dentlein des damaligen Bezirksarztes Dr. Glenk aus dem Jahre 1925 lesen wir:

„Bei den Gemeindebesichtigungen der letzten Zeit ergaben sich folgende Beanstandungen:

1)        in Dentlein (29.10.1925)

a)      in den beiden Sälen der Schule fehlt das Thermometer

b)      die Schulbänke sind alt und unzweckmäßig; sie sind allmählich zu erneuern

c)      im Schulabort befindet nur 1 Sitzabort für Knaben; auf je 40 Knaben muss ein Sitzabort treffen

2)      In der Spezerei- und Mehlhandlung von Bögelein stehen 3 Mehlsäcke im Hausflur. Der Deckel der Mehltröge, der anscheinend nie geschlossen wird, ist mit alten Spinnweben bedeckt. Die Schubläden sind zum Teil unsauber und voll Spinnweben. In einer Schublade sind getrocknete Zwetschgen, die schimmelig sind und sauer riechen. Die Beseitigung wird angeordnet. Am Fenster steht unter anderen Flaschen eine größere Flasche mit … (?) Aus der offenbar verkauft wird. Die Geschäftsinhaberin ist nicht zu Hause. Der Geschäftsinhaberin ist zu eröffnen, dass sie auf größere Reinlichkeit sehen muss, dass die Aufbewahrung von Mehl im Hausflur nicht statthaft ist, dass sie nicht berechtigt ist Bysol (?) zu verkaufen.

(Anmerkung: Als Spezereien werden Gewürze und andere Spezialitäten aus Übersee, also den Kolonien bezeichnet. Dazu gehören vor allem Gewürze, Zucker, Kaffee, Tee, Kakao, Tabak, Reis, Mandeln, Rosinen etc.)

3)      Auch in der Spezereihandlung von Binder lässt die Reinlichkeit, besonders in den Schubladen, zu wünschen übrig. Dem Binder ist zu eröffnen, dass er in seinem Geschäft auf peinliche Reinlichkeit und Ordnung zu achten hat.

4)      In der Pinselfabrik von Mueller werden die Kleider der Arbeiter im Arbeitsraume aufbewahrt und fehlt die Waschgelegenheit. Kleiderablagen und Waschgelegenheit sind zu schaffen.

5)      In der Metzgerei Sindel ist die Ableitung der flüssigen Abfälle aus dem Schlachtraum in Ordnung. Gerade bei der Besichtigung wird aber ein Schwein vor dem Schlachtraum geschlachtet. Die flüssigen Abfälle liefen offen über die Straße. Dies ist unzulässig. Sindel ist zu verwarnen.

6)      Die Schrankdrogerie bei Deffner ist sehr schlecht imstande. Die Schubladen sind großenteils leer, teilweise mit Spinnweben und Staub bedeckt. Der Inhaber ist zu größerer Ordnung und Reinlichkeit anzuhalten. Der Rat zur Abmeldung wird im erteilt.

7)      In der Schule in Grossohrenbronn dürfte die Reinlichkeit größer sein. Die Böden bedürfen neuer Ölung, das eiserne Brunnenrohr des Schulbrunnens ist gesprungen, das Wasser läuft in den Hof und zum Teil in den Brunnen zurück. Das Rohr ist autogen schweißen zu lassen.

8)      In der Pinselhaarzurichterei von Heyer in Schwaighausen hat sich bezüglich der Reinlichkeit nicht viel gebessert. Die Waschgelegenheit für Arbeiter fehlt noch immer. Dem Heyer ist zu eröffnen, dass gegen ihn mit Zwangsmaßnahmen vorgegangen werden wird, wenn nicht alsbald für mehr Reinlichkeit in seinem Geschäft gesorgt wird. Die Waschgelegenheit für die Arbeiter ist nun alsbald zu schaffen.
(Anmerkung: Das Anwesen Heyer gehörte zur damaligen Zeit noch zur Gemarkung Schwaighausen. Es wurde auf Wunsch von Herrn Richard Heyer im Jahr 1927 aus Schwaighausen nach Großohrenbronn ausgemarkt.)

17. Dezember 1925               
Dr. Glenk, Bezirksarzt“                     

Dieser Bericht ging an die Gemeindeverwaltung, die dafür zu sorgen hatte, dass die Mängel beseitigt werden.

Mit Schreiben vom 7. März 1926 berichtet die Gemeinde Dentlein an Bezirksarzt Doktor Glenk über die Maßnahmen zum Abstellen der festgestellten Mängel.

Fortsetzung folgt.


Wirtshauskultur in der Gemeinde Dentlein am Forst

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Liebe Leser,

Dentlein, Großohrenbronn und eine Reihe von Außenorten können auf eine lange  und interessante Wirtshauskultur zurückblicken. Dir IG Heimatgeschichte hat sich bemüht zu all diesen Wirtshäusern Material zusammen zu tragen und deren Geschichte zu erforschen. In einigen Fällen gelang es die Ahnenliste bis ins 17. Jahrhundert zurück zu verfolgen.

Für die Unterstützung und das zur Verfügung gestellte Material bedanken wir uns sehr herzlich bei allen, die uns weiter geholfen haben.

Bis in die 60-iger Jahre des letzten Jahrhunderts waren Wirtshäuser die Zentralen des dörflichen Lebens. Dort traf man sich (vor allem der männliche Teil der Bevölkerung), tauschte Nachrichten (+ Gerüchte) aus und hielt Versammlungen ab. In den Sälen gab es Tanz- und Festveranstaltungen, Vereinssitzungen und Familienfeiern.
Auch Gemeinderatssitzungen wurden noch bis in die 1960-iger Jahre im Wechsel in verschiedenen Wirtshäusern abgehalten.

Mit der Verbreitung von Fernsehgeräten und noch beschleunigt durch die Einführung des Internet nahm die Nachfragenach diesen gesellschaftlichen Kristallisationspunkten stetig ab. Die Zahl der Wirtshäuser ging immer weiter zurück. Ein Trend, der sich hoffentlich nicht noch weiter fortsetzt.

Die IG Heimat möchte Ihnen in loser Folge die Geschichte der Wirtshäuser in unserer Gemeinde vorstellen.

Zu Beginn soll das Wirtshaus (mit Brauerei) Hauf berichtet werden.

Chronik der Gastwirtschaft und Brauerei Hauf

 

Einem (leider nicht datierten) Dokument ist zu entnehmen, dass die Hausnummer 43 in Dentlein (jetzt Anwesen Hauf) „von einem Köblers Guth, so die Erb Tabern sein solle“. Als Erb Tabern wurde eine Wirtschaft mit Braurecht bezeichnet, die auch berechtigt war Feierlichkeiten wie zum Beispiel Hochzeiten und Leichtrunk auszurichten
in diesem Dokument wird die Übergabe der Erb Tabern von Wolf Gebweyher, dem Alten, an Michael Emmert im Jahre 1684 beurkundet.

1686 erfolgte die Übergabe an dessen Sohn Hannß Emmert, die wie folgt beschrieben wurde: „Hannß Emmert, Sohn hat eine s vom Vatter übernommen, 1686 pro sein Heiratsguth“.

Im selben Dokument wird auch der Verkauf des Gasthofes mit Braurecht an Martin Beyhler im Jahre 1696 zu einem Preis von 500 Gulden aufgeführt. Martin Beyler wird in den Kirchenbüchern von Dentlein als wird und „Becker“ genannt.

20 Jahre später, also 1716, „erkauft“ Jakob Gaab die Tabernwirtschaft mit Köblers-Guth zum Preis von 900 Gulden. Schon 2 Jahre später (1718) wurde es wieder weiter verkauft. Neuer Besitzer wurde Hannß Thomas Gärtner, der es zum Preis von 825 Gulden erwarb. Dieser blieb 40 Jahre lang im Besitz des Anwesens mit Braurecht, bevor es 1758 von Johann Michael Schlumpf erworben wurde.

Dann folgten in kurzen Abständen mehrere Besitzerwechsel.

1759                      Johann Christoph Luz
1762                      Johann Nüßler
1767                      Andreas Windsheimer
1770                      Johann Jacob Eberlein (Vater)
1787                      Johann Michael Eberlein (Sohn)

1786 verstarb Johann Jacob Eberlein. Die Übergabe von Johann Jakob Eberlein auf seinen Sohn Johann Michael ist für das Jahr 1787 beurkundet. Diese Urkunde befindet sich im Staatsarchiv in Nürnberg. Der Besitz wird darin wie folgt beschrieben:
„Von der Erb Tabern, dabei Präu Recht und ein Backofen, alles in einem Hause, dann ein Gebäude zur obern Seiten der Gemeinastraßen, Kirchbuck und Linden, zur andern Seiten und oben die Bauernbeund und vorn inner dieser 1/8 Tagwerk Garten am Haus und Scheuer zusammen bei ½ Tagwerk.“
Im Kirchenbuch wird anlässlich der Eheschließung von Johann Michael Eberlein dieser als Tabernwirth, Bierbraumeister, Bäckermeister, Heiligenpfleger und Zolleinnehmer aufgeführt.

1822 heiratete Johann Adam Bierlein, Bierbräuer und Beckmeister, eine Tochter von Johann Michael Eberlein und übernahm die Tabernwirtschaft. Ob und gegebenenfalls wann eine Übergabe an den Schwiegersohn erfolgte konnte leider nicht ermittelt werden.

1826 kaufte Georg Friedrich Hauf, Bierbrauer und Gastwirth aus Dautenwinden das „Wirthshaus und Bierbräu, Taverne und Backgerechtigkeit, Wohnhaus, worin Brauhaus, nebst Scheune und Hofraum, Korb-und Kellerhaus, Schorgarten und Hofraum“ von den Johann Adam Bierlein´schen Eheleuten um 2850 Gulden.

1856 verstarb Georg Friedrich Hauf an der Wassersucht mit 61 Jahren und hinterließ seine Witwe Eva Barbara Hauf.

1867 übernahm deren Sohn Johann Michael Hauf das gesamte Anwesen.

1894 folgten Johann Wilhelm Hauf, Oekonomierat (Ehrentitel für einen verdienten Landwirt ) und Braumeister, und dessen Ehefrau Katharina Barbara, geborene Schwab.
Neben seinen Tätigkeiten als Landwirt und Braumeister war Johann Wilhelm Hauf vom 1. Januar 1906 bis zum 31. Juli 1935 Bürgermeister von Dentlein und langjähriger Angehöriger des Bezirkstages. Im Oktober 1935 verstarb er an den Folgen eines Schlaganfalles.

Nach dem 2. Weltkrieg übernahmen die Eheleute Johann Lorenz Hauf und seine Frau Katharina Paulina, geb. Reißig die Brauerei mit Wirtshaus. Johann Lorenz Hauf war Bauer, Braumeister und 2. Bürgermeister.
Ebenfalls nach dem Krieg praktizierte der Arzt Dr. Rüdel 2 Jahre in einem Zimmer im Stockwerk über der Gaststätte, was für die Patienten sehr praktisch war. Sie konnten ja die Gaststube zu jener Zeit als Wartezimmer nutzen.
Zu der Brauerei gehörte auch ein landwirtschaftlicher Betrieb, der 1958 aufgegeben wurde.  Im selben Jahr wurde auch die Gastwirtschaft geschlossen.

1958, mit der Heirat von Hans Hauf und Margarete, geb. Eder, wurde die Brauerei in eine oHG (offenen Handelsgesellschaft) überführt und Hans und Marga als Gesellschafter aufgenommen. Hans Hauf ist Diplombraumeister.

1991 wurde Hannes Hauf, der Sohn von Hans Hauf, der seit 1985 mit Doris, geb. Bofinger, verheiratet ist, als Gesellschafter in die oHG aufgenommen.

2002 wurde die oHG aufgelöst und ging in das Eigentum von Hannes Hauf über.

2012 wurde die Produktion eingestellt. Die Firma wird seitdem als Getränkehandel und Festzeltverleih weitergeführt.

 


 


Die Kindergärten in Dentlein und Großohrenbronn Teil 1

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Geschichte des Kindergartens

Vorläufer des Kindergartens waren die sog. Kinderbewahranstalten. Erste solche Einrichtungen gab es 1770. Dort wurden die Kleinkinder in großen Gruppen (bis zu 50) „aufbewahrt“.

Es gab, falls überhaupt, nur sehr wenig und einfachstes Spielzeug. Die Betreuerinnen hatten vor allem die Aufgabe die Kinder zu beaufsichtigen.
Es folgte in der Zeit um 1800 die Aufsichtsschule (=Kleinkinderschule) für Kinder unter 6 Jahren. Dort wurden  die Kinder der Eltern, die in der Betreuung ihrer Kinder verhindert waren, beaufsichtigt. Eine „Allgemeine Schulordnung für die Herzogthümer aus Schleswig und Holstein vom 24. August 1814“ gab vor dort auch einen „für das erste jugendliche Alter passenden Unterricht“ abzuhalten.
In der Zeit der Industrialisierung (1840 bis 1933), in der immer mehr auch die Frauen zum Einkommen der Familien beitragen mussten, entwickelte sich die Aufsichtsschule zunehmend zu einem Kindergarten. Sie wurden kindgemäßer und nach und nach wurden auch pädagogische Elemente eingeführt.
Erstmals wurde dem Kind mit dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz 1924 ein Recht auf Erziehung zugesprochen.
Für das Dritte Reich war die Kindererziehung ein wichtiger Bestandteil der Erziehung im nationalsozialistischen Sinne. Dies fand seinen Ausdruck in einem Spruch für NSV-Kindergärten: „Händchen falten, Köpfchen senken – immer an den Führer denken. Er gibt euch euer täglich Brot und rettet euch aus aller Not.“ Adolf Hitler erklärte 1935 auf dem Reichsparteitag: „Wir wollen ein hartes Geschlecht heranziehen, das stark ist, zuverlässig, treu, gehorsam und anständig.“
Ab 1935 verstärkte die NSDAP die Bemühungen die konfessionellen (evangelischen und katholischen) Kindergärten aufzulösen und  in die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt)zu überführen; doch stießen sie bei den Kirchen auf heftigen Widerstand. Erst 1938 übertrug man die Aufsicht über alle Kindergärten der NSV.

Erste Kindergärten in der Gemeinde Dentlein

In Großohrenbronn bestand bereits Mitte der 30-iger Jahre ein Kindergarten, der durch einen Kindergartenverein betrieben wurde. Eine Bürgerin aus Großohrenbronn erinnert sich, dass sie ihren im Jahr 1931 geborenen Bruder 1935/36 regelmäßig in den Kindergarten in Großohrenbronn brachte, der sich damals im Saal der Gastwirtschaft Gaab befand.

Die ältesten auffindbaren Belege für einen Kindergarten in der Gemeinde stammen aus dem Jahr 1937. In einem Sitzungsprotokoll des Gemeinderats vom 12.3.1937 wird zu einem „Plan zur Anlegung eines Kindergartens“ Stellung genommen. Es wird beschlossen die zur Errichtung eines Kindergartens in Dentlein benötigten Räume zur Verfügung zu stellen und einen Teilzuschuss zu den Umbauarbeiten zu übernehmen.

Am 14. Januar 1938 berichtet der bayerische Grenzbote über einen Brand oberhalb des provisorisch in der Gaab´schen Wirtschaft eingerichteten Kindergarten in Großohrenbronn. Da gerade Mittagspause war, gab es lediglich Sachschaden. 1938/1939 wurde der Kindergarten dann in das Lehrerwohnhaus verlegt, wo er bis zum Kriegsende verblieb. Er wurde von Schwestern in weißer Tracht betrieben. Während des Krieges gab es im Kindergarten eine Schulspeisung.

Bereits im Oktober 1937 nahm der Kindergarten in Dentlein am Erntedankfest mit einem „mit viel Liebe und Sorgfalt“ geschmückten Wagen mit dem Motto „Des Volkes Frühling“ (1) teil. Gespann und Fahrer wurden von der Wehrmacht gestellt.

Einem Gemeinderatsprotokoll vom Februar 1939 ist zu entnehmen, dass der Kindergarten und ein Schulsaal in Großohrenbronn neu gebaut werden. Man sprach sich gegen die Einführung der achten Schulklasse aus und beschloss dass das Lehrerwohngebäude an den NSV Kindergarten vermietet wird.

Am 11.8.1940, ein Sonntag, fand ein Kindergartenfest in Dentlein im Garten des Gasthauses Wagemann statt, an dem die drei Kindergärten von Dentlein, Großohrenbronn und Wieseth teilnahmen. Die Begrüßung erfolgte durch den Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Binder. Er führte unter anderem aus, dass demnächst eine allgemeine Speisung der Kinder mit Knäckebrot und Vollkornbrot eingeführt werde, die neben der Speisung an sich auch als Gesundheitsdienst im Kindergarten zu sehen sei. (Bay. Grenzbote)

Wann die kirchlichen Kindergärten in Dentlein und Großohrenbronn in einen NSV-Kindergarten überführt wurden, konnte leider nicht ermittelt werden. Zum Kriegsende wurde der NSV-Kindergarten aufgelöst, da die Räume von den Amerikanern requiriert wurden.

Nach dem Krieg

Entwicklung in Dentlein

Kurz nach dem Ende des Krieges, am 21.5.1945, beschloss die Kirchenvorstandschaft in Dentlein die Übernahme des Kindergartens. Die Kosten sollten durch Spenden und freiwillige Gaben, also durch die Beiträge der Eltern getragen werden. Außerdem versprach die politische Gemeinde ihre Unterstützung. Dies sollte durch ein Abkommen mit dem Rektorat in Neuendettelsau besiegelt werden. (Beschluss des Kirchenvorstands; Landeskirchliches Archiv Nürnberg).

In einem Vertrag zwischen der Gemeinde und der Kirchengemeinde wurde die Übergabe des NSV-Kindergartens an die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit allem Inventar vereinbart. Die Gemeinde stellte auch weiterhin die Räume zur Verfügung.

Pfarrer G. Schmutterer schlägt der Diakonissenanstalt in Neuendettelsau als Übergangslösung seine Tochter Lydia als Kindergärtnerin vor, bis eine entsprechende Kindergärtnerin eingestellt werden kann. Das monatliche Gehalt betrug 100 Reichsmark. Er gibt an, dass mit 50 - 60 Kindern zu rechnen sei. Seinem Vorschlag wird zugestimmt.

Die Wiedereröffnung des Kindergartens wird auch vom Landratsamt des Landkreises Feuchtwangen genehmigt.

In der Ausgabe der FAZ vom 7.11.1951 wird dann über die Wiedereröffnung des Dentleiner Kindergartens berichtet, nachdem die Leiterin des Kindergartens von einem Kindergartenkurs der VHS auf dem Hesselberg zurückgekehrt ist. In dieser Zeit besuchten auch Kinder aus Thürnhofen den Kindergarten in Dentlein. Leider fanden sich bis jetzt keine Unterlagen über eine Schließung des Kindergartens im Zeitraum 1949/50.

Dass der Kindergarten 1951 in Betrieb war, ist aus einem “Haushaltsplan/Jahresrechnung für 1951/52 für die Evang. Kinderpflege“ vom 31.03.1952 ersichtlich.

Daraus ist zu ersehen, dass der Kindergarten 50 Plätze hatte und zu dieser Zeit von 32 Kindern besucht wurde. Das Schulgeld, so wurde der Elternbeitrag damals genannt, betrug in den Jahren 1949 bis 1952 zwei DM pro Kind monatlich. Volles Schulgeld wurde im Jahr 1951 von 22 Kindern bezahlt.

Das Jahresgehalt der Kindergärtnerin belief sich 1951 auf 722,00 DM pro Jahr. Für 1952 wurden 900,00 DM für eine Kindergärtnerin und 300,00 DM für eine Helferin veranschlagt.

An Ausgaben fielen im Jahr 1951 an:

                                      Miete:                                        55,- DM
                                      Heizung und Beleuchtung       370,- DM
                                      Spielzeug und
                                      Beschäftigungsmaterial            50,- DM
                                      Auslagen f. Reparaturen           25,- DM
                                      Verbandszeug und
                                      Desinfektionsmittel                   35,- DM

Die Jahresrechnung 1951 schloss mit Einnahmen in Höhe von 1255,48 DM und Ausgaben in Höhe von 1292,36 DM, also mit einem Minus von 36,88 DM ab. Das Ergebnis war allerdings nur so günstig weil auf der Einnahmenseite zusätzlich zu den 483,30 DM Schulgeld noch Spenden in Höhe von 590,77 DM zu verzeichnen waren. Durch eigene Veranstaltungen (Sommerfest?) konnte der Kindergarten 55,06 DM zum Ergebnis beitragen. Für das Jahr 1952 wurden Einnahmen in Höhe von 1060,00 DM und Ausgaben in Höhe von 1956,40 DM veranschlagt. Das voraussichtliche Minus stieg also erheblich.

Im Jahr 1954 wurde der Kindergarten jedoch geschlossen, da der Platz wegen steigender Schülerzahlen für einen zusätzlichen Klassenraum benötigt wurde. 

 

 


 

 


                      IG Heimat
Verein für Heimatgeschichte Dentlein

 

Die Kindergärten in Dentlein und Großohrenbronn
(Teil 2)

 

Geschichte des Kindergartens

Neuer Kindergarten in Dentlein

Bei einer Bürgerversammlung im Dezember 1960 in Dentlein wurde auf die Notwendigkeit eines Kindergartens hingewiesen. Es wurde vorgeschlagen das alte Schulhaus dafür zu verwenden. Bürgermeister Häberlein aus Thürnhofen schlug vor das alte Schulhaus (heutiges Rathaus) zu verkaufen. Dazu kam es jedoch nicht.

 

Entwicklung in Großohrenbronn

Erst 1958 bot sich wieder eine Gelegenheit für einen Kindergartenbetrieb in Großohrenbronn, als im Gasthof Buckel in Großohrenbronn zwei Räume frei wurden. Pfarrer Stegmüller ergriff die Initiative. Ein Kindergartenverein wurde gegründet. Er finanzierte sich aus den Beiträgen der Eltern, die diese an die Kindergartenleiterin entrichten mussten. Verwaltet wurde der Verein damals von Julius Geißler, der sich auch um die Finanzen kümmerte.

Die Anfänge wären sehr mühsam. Als Mobiliar hatte man lediglich die Tischchen und Stühlchen, die vom alten Kindergarten noch übrig waren. Doch Pfarrer Stegmüller wollte mehr. Er führte ein „Silberopfer“ für den Bau eines neuen Kindergartens ein. An jedem ersten Sonntag im Montag sollte für den Kindergarten gespendet werden und Silberopfer wurde es genannt, da die Spende nicht Kupfer- oder Messingmünzen, sondern Silbergeld, also Markstücke (gerne auch 5-Markstücke) gespendet werden sollten.

1963 war es dann schließlich soweit. In den Jahren 1963/64 wurde der neue Kindergarten nach den Plänen des Architekturbüros Emmert aus Dinkelsbühl gebaut. Im Januar 1965 erfolgte die Einweihung. Pfarrer Stegmüller konnte die Verwirklichung seiner Pläne leider nicht mehr erleben. Der Bau wurde von seinem Nachfolger Pfarrer Vötter durchgeführt. Der Bau kostete rund 120.000 DM, wovon die Pfarrangehörigen durch Spenden und Arbeitsleistung etwa die Hälfte einbrachten.
1983 wurde das 25-jährige Jubiläum des Kindergartens gefeiert. In den neuen Räumen bestand der kirchliche Kindergarten bis Mai 1988.

 

Ein Kindergarten für alle

Bisher gab es jeweils eine Schule in den beiden Orten. Bereits seit Mitte der 1980iger Jahre wurde in der Gemeinde über den Neubau einer Schule für die gesamte Gemeinde nachgedacht.

Das Jahr 1987 stand ganz im Zeichen der Umstrukturierung von Schule und Kindergarten in Dentlein und Großohrenbronn. Das war verständlicher Weise mit intensiven Diskussionen in der Bevölkerung verbunden. Die Notwendigkeit etwas zu ändern ergab sich aus dem erheblichen Rückgang der Schülerzahlen von früher 498 auf 212 im Jahr 1986. In einer Bürgerversammlung in Großohrenbronn am 06.08.1987 wurde vehement der Erhalt von Schule und Kindergarten in Großohrenbronn gefordert. In beiden Ortsteilen war jedoch die Zahl der Kinder zu gering um einen eigenen kirchlichen Kindergarten weiter zu betreiben. In Großohrenbronn kamen Platzprobleme hinzu. In Dentlein wurden die Kinder (etwa 20) bereits seit 1981 nach Wieseth gefahren. Die Kinder aus Kaierberg besuchten den Kindergarten in Oberschönbronn.

Ende Mai 1987 wurde schließlich trotz heftigem Widerstand von Teilen der Bevölkerung (aus beiden Ortsteilen) beschlossen in Großohrenbronn einen 3-gruppigen kommunalen Kindergarten zu errichten und im Gegenzug die Schule in Großohrenbronn, die seit 1706 bestand, zum Ende des Schuljahres 1986/87 aufzulösen. Der seit fast 30 Jahre bestehende katholische Kindergarten wurde in einen kommunalen Kindergarten überführt. Es wurde beschlossen das alte Großohrenbronner Schulhaus umzubauen und dort den kommunalen Kindergarten unterzubringen.

Am 30.04.1988 konnte das neue Kindergartengebäude nach einer 7-monatigen Bauzeit seiner Bestimmung übergeben werden. Am 1.Mai konnte die Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür den Kindergarten besichtigen.

Für den Kindergartenbesuch wurde ein Betreuungsgeld von 70 DM monatlich festgelegt. Es gab 77 Anmeldungen.

Die Gesamtkosten für den Umbau beliefen sich laut Kostenplan auf 1.250.00 DM. Der Gemeindeanteil lag bei rund 793.000 DM. Abgerechnet wurde die Baumaßnahme am Ende mit 1.398.037 DM. Von den alten Gebäuden blieben nur die Außen- und die tragenden Innenwände stehen. Alles andere wurde neu errichtet. Der Wechsel der Kinder, die bisher nach Wieseth gegangen sind, wurde den Eltern freigestellt. Allerdings wurden ab dem 1. Mai keine Fahrtkosten für den Transport nach Wieseth mehr bezahlt.

Jedoch mussten nun die Kinder zum neuen Kindergarten befördert werden. Den Transport durfte die Gemeinde weder selbst durchführen noch die Kosten hierfür übernehmen oder bezuschussen.

Schließlich ergriff die ev.-luth. Kirchengemeinde die Initiative und bezuschusste die Anschaffung eines Busses zur Beförderung der Kinder.

Da die Trägerschaft des Transportes der Kindergarten -Kinder von der Kirchenverwaltung nicht genehmigt wurde gründete sich schließlich ein „Ökumenischer Förderverein“ dem der Bus unentgeltlich überlassen wurde. Dieser Verein, der von engagierten Bürgern bis heute betrieben wird, hat über nunmehr fast 20 Jahre den Transport der Kinder stets zuverlässig sichergestellt.

In den Jahren 2011/12 wurden im Kindergarten umfangreiche Renovierungsmaßnahmen notwendig. Die Heizanlage musste weitgehend erneuert werden, der Hof vor dem Eingang wurde neu gestaltet und eine Außentreppe als 2. Fluchtweg musste angebaut werden.

Generalsanierung und Erweiterung

Die Jahre 2015/16 standen wiederum, wie damals die Jahre 1987/88 im Zeichen intensiver Diskussionen über die weitere Entwicklung des Kindergartens.

Auslöser war der Vorschlag die bestehenden Gebäude umfassend zu sanieren. In der späteren Phase der Diskussion zeichnete sich auch ab, dass der Kindergarten um eine Gruppe erweitert werden musste und damit eine bauliche Erweiterung nötig würde. Über alle mögliche Varianten (Generalsanierung des bestehenden Gebäudes und Anbau; Teilabriss und Generalsanierung des restlichen Altgebäudes plus Neubau; vollständiger Neubau) wurden ausgiebig debattiert. Die Entscheidung fiel schließlich zu Gunsten der Generalsanierung der bestehenden Gebäude plus Neubau.

Die Arbeiten begannen im Herbst 2016 und wurden im Dezember  2017  abgeschlossen. So konnte der generalsanierte, erweiterte Kindergarten am 16.12.2017 seiner Bestimmung übergeben werden.

Liste der Kindergärtnerinnen von Dentlein und Großohrenbronn

                            Dentlein:                                             Großohrenbronn
                     Tante Berta (Schmid; Deffner)        Betty Trump (Ende der 30iger Jahre)
                     ?                                                           Tante Finni Josefine Marx (ab 1958)
                                                                                   Tante Martha (Name unbekannt)
                     Lina Mägerlein                                   Tante Toni (Name unbekannt)
                                                                                   Tante Sieglinde (Sieglinde Glatz)
                                                                                   Tante Siegrid (Siegrid Osti, Schopfloch)
                                                                                   Tante Gerlinde (FLZ v. 17.3.1973)
                                                                                   und Tante Fini (FLZ v. 17.3.1973)
                                                                                   vom 01.09.1977 bis 30.06. 1981)
                                                                                   Mutterschaftsvertretung von Juli bis Dez.
                                                                                   1980 durch Theres-Marie Hilpert aus
                                                                                   Dürrwangen
                                                                                   Tante Gerlinde (Gerlinde Fischer (geb.
                                                                                    Geißler)
                                                                                   Tante Anita (Anita Ryll) vom 1.9.1983 bis
                                                                                   Nov. 1987
                                                                                   Tante Cilly (Cilly Wolfram) ? bis 1988

 

1988: Übergang zum gemeindlichen Kindergarten
1988 - 1991                 Doris Hauf (erste KiGa-Leiterin des gdl. KiGa)
1991 – 1992                Heidrun Schweiger
1992 – 1994                Doris Hauf
1994 – 2000                Sabine Häfner (geb. Fischer)
2000 – 2002                Ines Fischer
2002 – 2004                Sabine Häfner
2004 – 2008                Vera Rister
seit 2008                      Sabine Häfner

 


Die „Heckenwirtschaft“ in Großohrenbronn

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   Die „Heckenwirtschaft“ in  Großohrenbronn  von Monika Schober

 

Die Anfänge

Das „Spalter Bräustüble“ Poststraße 18 in Großohrenbronn war wohl wesentlich bekannter als die „Heckenwirtschaft“. Eröffnet wurde sie im Oktober 1957 von der damals 27-jährigen Anni Durst. Der Bierlieferant war die Spalter Stadtbrauerei. Ihr Mann Karl Durst unterstützte sie vor allem an den Wochenenden von ihrem Mann Karl Durst und von ihren Eltern Richard und Babetta Marx.

Die Gaststätte

Die Wirtsstube wurde von der Brauerei mit 6 Tischen für je 10 Personen sowie einem runden Tisch an der Schanktheke vorne ausgestattet. Die Eckbank entlang der Außenmauern als auch die Stühle waren ohne Polsterung. Es gab lediglich lose Sitzkissen. Im rechten hinteren Bereich war eine Eckbanknische eingerichtet. Im Nebenzimmer fanden ca. 30 Personen Platz, so dass Feste wie Hochzeiten und Kommunionen ausgerichtet werden konnten.

In den Sommermonaten verlagerte sich der Wirtschaftsbetrieb überwiegend auf die hinter dem Haus vorhandene, und über das Nebenzimmer zugängliche Terrasse und den Biergarten. Der Garten war von einer Fichtenhecke umfasst, daher stammt der Name:   Heckenwirtschaft

 

Das Angebot

Außer kalten und warmen Getränken gab es stets Bratwürste und Vesper. Ab und zu wurde eine Schlachtschüssel abgehalten und natürlich im Oktober die >Allerweltskirchweih< gefeiert. Im Spätherbst gab es ein Fischessen wo die Karpfen aus dem eigenen Weiher auf den Tisch kamen.

Alle 14 Tage lieferte die Brauerei zwei kräftige Eimer marinierte Heringe, welche größtenteils über die Straße verkauft wurden.

Im Nebenzimmer hatte die Sparkasse einige Jahre lang eine Dienststelle eingerichtet. Am Freitagnachmittag und Samstagvormittag, als die Pendelarbeiter zu Hause waren, betreute der allseits bekannte Herr Neugebauer unterstützt von Rudi Grimm und Otto Schuldes ihre Kunden.

 

Wirtshausgeschichten
erzählt von der ehemaligen Wirtin

Ein Herrnschneider von Beruf, der gern täglicher Gast war, hat nebenher seine Privatkundschaft gefunden und beraten, so hatte er dadurch die Möglichkeit ein bescheidenes Taschengeld zuzuverdienen.

Ein Gast kreuzte gerne mit Filzschlappen auf, meist noch Klopapier in der Hosentasche, bestellte sich ein „Schnelles Bier“, während er seine Frau im Glauben ließ er säße so lange auf dem „Stillen Örtchen“. Es war ein Trockenklo außerhalb seines Hauses. Nicht selten jedoch blieb es nicht bei dem einen schnellen Bier und er kehrte erst spät in der Nacht nach Hause.

Ein anderer Stammgast aus der Nachbarschaft, genannt „Wulli“, holte zu vorgerückter Stunde ab und zu seine Gitarre um die sangeslustigen Mitzecher musikalisch zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurde ein Stuhl auf den Stammtisch gestellt, worauf der Musikus sitzen musste. Er wurde zudem auch geschmückt mit Halstuch und Blumen und man hat ihm viel zu große Schuhe angezogen.

Wenn am Wochenende ein anderer Nachbar, „dr Beckn Richard“ mit seiner „Quetschn“ spielte war im Handumdrehen die ganze Wirtschaft voll.

Einmal kamen „Drei Köllner Jungs“ mit einem Auto, sie fragten die Wirtin nach ihrer Mutter, holten diese aus der Küche von ihrer Arbeit weg, trugen sie in die Wirtsstube, ließen sie hochleben und feierten bis in die Morgenstunden mit den Wirtsleuten. Es waren ehemalige Ferienkinder die nach dem Krieg in der Poststraße in Großohrenbronn untergebracht waren.

Wie ging es weiter?

1970 zum 1. Januar wurde die beliebte Wirtschaft nach über 12 Jahren Betrieb und zum großen Bedauern der Stammgäste geschlossen.

2001 verkaufte die ehemalige Wirtin das Anwesen und übersiedelte nach Feuchtwangen in ein neugebautes Reihenhaus; wo sie bis heute wohnt und ihren Lebensabend verbringt.